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Montag, 4. Mai 2009

Ferien auf Lombok

Schon die Hafeneinfahrt auf Lombok ist ein Genuss, eine lange, schmale Landzunge muss umrundet werden, auf der nur ein paar Fischerhuetten Platz fanden.
Nach 5 Stunden und 15 Minuten an Bord, war ich richtig froh mich wieder auf das Fahrrad schwingen zu koennen. Im schoenen Sonnenuntergang ging es zu der groessten Stadt auf Lombok, Mataram, wo ich gerade bei Dunkelheit angekommen bin. Der erste Traumstrand war auch nicht mehr weit. Darum musste ich am naechsten Tag nur 20 km fahren, bis ich mich zum ersten Mal wieder seit langem richtig ins Meer stuerzen konnte, Fischlein beobachten und Korallen bewundern konnnte. Hier versuchte ich ein paar Informationen heraus zu bekommen, um mir zu ueberlegen, was ich alles auch Lombok sehen und machen will. Schon in Mataram wurde mir gesagt, dass der Sueden sehr unangenehm zu fahren ist, keine sichere Gegend, man wird gestoppt und ausgeraubt. Auf das kann ich nun wirklich verzichten. In Senggigi wurde mir gesagt, dass eine Inselumrundung 740 km ist, was ich im Nachhinein kaum glauben kann, so gross ist die Insel nicht. Aber daraufhin habe ich beschlossen eine Abkuerzung zu nehmen. Da ich ja genug Zeit hatte und die Gili Inseln sehr schoen sein sollten, habe ich doch beschlossen, denen einen Besuch abzustatten. Also gings am naechsten Tag weiter nach Bansal, wo die Boote zu den drei Inseln, Gili Air, Gili Meno und Gili Triwangan losfahren. Laut ein paar Mopedfahrerinnen, sollte der erste Teil noch ertraeglich sein, danach sollten wirklich steile Anstiege kommen. Nun, mir hat dieser Teil schon gereicht. Steigungen bis zu 28% auf schmalen Strassen mit nicht allzu gutem Belag. Dafuer aber eine wunderschoene Aussicht auf die Gilis und die Berge.

Wenn das der noch nicht so schlimme Teil sein sollte, habe ich mir ueberlegt, ob ich wirklich weiterfahren wollte.
Von den drei Inseln entschied mich fuer die naechste, Gili Air. Die Boote legen dann ab, wenn sie voll sind, d.h. Mindestens 20 Personen. Die reicheren, aelteren Touristen fahren nach Meno, die juengeren, party-orientierte fahren nach Triwangan. Dorthin fuhren immer wieder Boote, nur nach Gili Air schien niemand zu wollen. Nach einer Stunde kam ich doch los. Als ich mich dann als einzige Touristin im Boot mit lauter Marktfrauen und ihren riesigen Koerbe mit Obst und Gemuese wiederfand, habe ich gemerkt, dass ich mich fuer die richtige Insel entschieden habe.

Auf Gili Air angekommen, fuehlte ich mich wie in einen Werbespott versetzt: “Like ice in the sunshine” oder “Come on Bacardi rum”, nicht wegen dem Langnese Eis oder dem Rum, sondern weil die Insel einfach ein Traum ist. Ganz enttaeuscht war ich, dass es dort doch Touristen hatte, was aber spaeter auch sehr vorteilhaft war. Zum Fahrradfahren ist es hier nicht so paradiesisch, nur Sandwege. Ausser Boote gibt es hier als Verkehrsmittel nur Pferdekutschen. Das sollte mir aber vorerst egal sein, ich legte mich zuerst mal in meine Haengematte auf der Veranda vor meiner Huette und habe gelesen. Spaeter entdeckte ich zu meiner Beruhigung einen Second-Hand Buchladen. Schon am naechsten Tag musste ich mir dort neuen Lesestoff besorgen, bevor ich an Strand bin.

Den Vormittag habe ich damit verbracht zu schnorcheln oder zu lesen, wirklich etwas, an das man sich gewoehnen kann. Im tiefsten Innern habe ich wahrscheinlich schon lange beschlossen, dass es jetzt Zeit ist, eine Pause zu machen. Radfahren kann ich in Australien noch genug, aber solche Traumstraende zum Schnorcheln werde ich dort kaum finden. Am Nachmittag, nachdem die groesste Hitze eigentlich vorbei haette sein sollen, schob ich mein Fahrrad um die Insel. Fahren war nur auf sehr kurzen Strecken moeglich, meistens blieb ich im Sand stecken. Nach 5 km war ich auch schon wieder zurueck. Eine gute Uebung fuer Australien, da wird mir das sicher auf weit laengeren Strecken passieren. Trotzdem, damit ich nicht dort haengen bleibe, wollte ich am naechsten Tag weiter. Dann kam aber eine SMS von Mirjam, dass sie mit ihrer Cousine auch nach Gili Air kommt. Fuer mich ein willkommener Grund noch einen Tag dort zu bleiben. Somit verlief der naechste Tag fast gleich wie der vorherige, was anderes gibt es ja nicht zu tun ausser lesen und schwimmen, nur mit dem Unterschied, dass ich Nachmittags mit denen am Strand lag und am Abend mit dene Essen war.

Um den Fischlein Ade zu sagen, war ich am naechsten Tag noch vor dem Fruehstueck schwimmen. Leider ist der Sonnenaufgang fast komplett von den Wolken verdeckt worden.
Nach den Fruehstueck bekam ich gleich ein Boot zurueck auf die Hauptinsel Lombok. Fuer die Einheimischen und die paar Touristen standen auch hier die Pferdekutschen bereit um zum Bushaltestelle zu fahren.

Wie schon erwaehnt, habe ich den Plan Lombok zu umrunden schon lange aufgegeben. Darum war mein naechstes Ziel Kuta, auf der Suedseite der Insel. Diesmal fuhr ich aber nicht mehr der Kueste entlang, sondern uber einen kleinen Pass durch den Affenwald. Wie der Name sagt, sassen auch hier wieder Affen mit Punkerfrisur auf den Leitplanken und haben mir zugeschaut. Diese Affen, zumindest die Maennlichen Oberhaeupter, sind ganz schon fette Brummer, da sie als Touristenattraktion von Bussen aus gefuettert werden. Als ich so schutzlos ohne Karosserie und ohne Futter orbeifahren wollte, haben sie mir ganz schoen die Zaehne gezeigt.
In Mataram machte ich einen Zwischenstopp, um meine Vorraete aufzustocken und mal wieder einen brauchbaren Internetzugang zu haben. Da es gerade mal Mittag war, hatte ich auch noch genug Zeit einen grossen Markt aufzusuchen. Koerbe voll mit bunten Crackern wurde hier angeboten, habe allerdings keine probiert

Da es Mittagszeit war, waren die meisten nicht sehr geschaeftstuechtig.
Deren Schlafgewohnheiten scheint mir recht sonderbar. Mir scheint, sie teilen den Schlaf in Nacht- und Mittagschlaf. Fruehmorgens bis spaet in die Nacht sind sie wach, darum sei ihnen der Mittagschlaft gegoennt.
Auf kleinen Strassen, durch sattes gruen ging es am naechsten Tag an die Suedkueste nach Kuta. Nachdem mich einige Polizeifahrzeuge ueberholt hatten, wurde mir in einem Dorf erzaehlt, dass es ein Dorf weiter eine Schlaegerei gegeben hatte. Bis ich dorthin kam, war alles wieder vorbei, nur das Polizeiaufgebot war heftig. Da sie mich aber laechelnd weitergewunken hatten, machte ich mir nichts daraus und fuhr durch das Spalier von Polizei-und Panzerfahrzeugen.
Nachdem ich den letzten und einzigen Huegel ueberwunden hatte, ging es nur noch runter nach Kuta. Kuta Lombok hat mit Kuta Bali nur eines gemeinsam, es ist ein Surfergebiet, sonst nix, aber auch gar nix. Zuerst war ich im Fischerdorf, da gab es vielleicht ein kleines Hotel und zwei Bungalow Anlagen, ansonsten nur Strohhuetten. Da war ich doch etwas ueberrascht, das soll also das Kuta sein? Bis ich merkte, dass da ja noch eine Strasse abging und landete nach ca 2 km im “Tourist”-kuta. Ein paar Hotels und Bungalows, auf der anderen Strassenseite der Strand.
Ein paar Einheimische reparierten gerade ein Dach, als ich angekommen bin. Sehr raffiniert wie sie die Palmwedel flechten, damit sie wasserdicht sind.

Hier verbrachte ich dann nochmals 2 Tage mit Lesen und Schwimmen. Ich habe es richtig ausgekostet, das werden wohl meine letzten Tage dieser Art fuer einige Zeit gewesen sein. In Australien ist wieder ausgiebig fahrradfahren angesagt.
Dann ging es wieder nach Lembar zum Faehrhafen nach Bali. Ich habe es richtig genossen durch die Reisfelder mit Kokosnusspalmen zu fahren, durch den Marktstaende die links und rechts der Strasse aufgebaut waren, mit ihrer Farbenbracht und den fantastischen Geruechen, den Kindern zugewunken und zurueckgegruesst. Bei jedem “Hallo Mister” musste ich nur lachen, das wird mir in Australien sicher nicht mehr hinterher gerufen.
Um die Mittagszeit hatte ich dann eine Faehre nach Bali. Sofort sind mir wieder die vielzahl der Tempel aufgefallen und ueberall die Palmwedel. Natuerlich waren wieder Zeremonien und ueberall hoerte man Gamelanmusik.
Ruckzuck war ich wieder in Sanur, hatte dann noch 1 ½ Tage Zeit alles vorzubereiten und zu packen. Das ist etwas, was ich am Fliegen ueberhaupt nicht mag. Das Fahrrad muss auseinandergebaut werden und am Besten in einen Karton gepackt werden, das ganze Gepaeck muss so gepackt werden, dass man beim Einchecken nicht zu viel Uebergwicht hat, aber auch im Handgepaeck darf ja kaum mehr etwas mitgenommen werden. Von einigem musste ich mich ganz verabschieden. Z.B. von meinem Pfefferspray, d.h. Bisher ueber jede Grenze bekommen hatte. Die Kontrollen am Flughafen wuerde es nicht ueberstehen, vor allem da in Australien Pfefferspray absolut verboten ist.
Schlussendlich war aber alles soweit gerichtet und George brachte mich zum Flughafen. Ich bevorzuge immer sehr rechtzeitig, als eine von den ersten, da zu sein, dann ist das Bodenpersonal noch gut gelaunt und drueckt ein Auge zu beim Uebergepaeck. So auch hier, war aber auch nicht viel. Zu den normalen 20kg habe ich schon 20kg fuer das Fahrrad mitgebucht und bezahlt. Insegsamt waren es dann ca 42kg was ich eingecheckt hatte. Am Handgepaeck hatte ich aber noch ganz schoen zu schleppen.
Die Zeit bis zum Abflug verging dann sehr schnell. Habe versucht mich von Asien zu verabschieden und mich auf Australien einzustellen. Obwohl ich mich sehr auf Australien freue werde ich doch einiges aus Asien vermissen.

Montag, 6. April 2009

Bali - Insel der Goetter und somit auch der Tempel

Schon von Weitem konnte man es sehen, auch auf Bali hat es Berge und zwar sehr hohe.


Vorerst liess ich diese aber links liegen, wollte so weit wie moeglich Richtung Denpaser, Sanur kommen.
Die ersten paar Kilometer auf Bali waren wie im Paradies, vor allem nach Jawa, auf guten Strassen mit wenig Verkehr durch dichtes Gruen, am Bali Barat National Park entlang. Welch eine Wohltat mal statt Autoabgasen wieder Blumen und Blueten zu riechen, statt Hupen Vogelgezwitscher und Insektengezirpe.
Spaeter kamen dann wieder die wohlbekannten Huegel und ein bisschen mehr Verkehr, aber alles noch sehr etraeglich.
Man ist zwar hier auch in Indonesien, aber in einem komplett anderen Kulturkreis. Es gibt wieder Hindu Tempel, aber leicht anders als die bisherigen. Vor allem jetzt um das Balinesische Neujahr Nyepi, waren die Zermonien im vollem Gange alles war reich geschmueckt.
Ich war so richtig froh, hier zu sein. Aber des Glueckes nicht genug, am spaeten Nachmittag, ich hielt nach einem Hotel ausschau, hat mich ein Moped ueberholt, eine rothaarige Frau sprang herunte, stellte sich vor, Mirjam aus Holland,





(http://www.cyclingdutchgirl.waarbenjij.nu/ )

seit 3 Jahren alleine mit dem Fahrrad unterwegs, ob ich nicht Lust haette ins gleiche Hotel wie sie zu kommen. Und ob ich das hatte. Endlich mal wieder eine Fahrradfahrerin, dann noch eine Gleichgesinnte. Die 10 km bis zum Medewi Beach waren dann auch kein Problem mehr.
Auf Anhieb hat es mir hier sehr gut gefallen. Da ich recht muede war und wir doch einiges Auszutauschen hatten, habe ich recht schnell beschlossen, nicht mehr weiter nach Sanur zu hetzen, sonder einfach Nyepi hier zu verbringen.
An diesem Tag darf man eigentlich das Haus oder Hotelzimmer, oder wenigstens das Hotel nicht verlassenTag der absoluten Ruhe. Wenn man auf der Strasse erwischt wird, gibt es hohe Strafen. Auch darf kein Licht angezuendet werden. In Medewi wohnen allerdings haupstaechlich Moslems, d.h. hier wird es nicht so eng gesehen, man darf z.B. an Strand. Es ist wahrscheinlich auch der einzige Ort auf ganz Bali, wo Surfer an diesem Tag ins Wasser koennen. Darum kommen sie, hauptsaechlich aus Kuta, den Tag zuvor angestroemt. Der sonst recht ruhige Ort wird auf einmal richtig belebt, die zwei Restaurants und Hotels, die es hier gibt, haben direkt etwas zu tun. Mirjam und mir war das recht egal, wir haben ein Zimmer geteilt, sassen am Strand und haben den Surfern zugeschaut, wie sie sich, vielleicht 30 – 40, im Wasser tummelten und am Abend dann den wunderbaren Sonnenuntergang genossen.


Weiter gab es hier nichts zu tun, auch schwimmen konnte man nicht, dazu war die Stroemung viel zu stark.
Nach 2 Tagen hiess es dann Abschied nehmen.


Mirjam hat beschlossen noch in Medewi zu bleiben, fuer mich wurde es Zeit weiter nach Denpasar Sanur zu fahren, George wartete auf mich und ich musste endlich meinen Transfer nach Australien klaeren.
Da es nur 80 km waren, konnte ich mir wirklich Zeit lassen. Nach dem Tag absoluter Ruhe konnten die Balinesen endlich wieder ihrer Lieblingsbeschaeftigung, den Zeremonien nachgehen. Ueberall hoerte man Gamelan Musik, Tempel und “beseelte” Objekte waren mit Tuechern geschmueckt. Leider schied auch jeder Surfer zurueck nach Kuta, gerade meine Richtung, zu wollen. Die Strassen waren recht voll, die Geschaefte noch geschlossen.
In einem grossen Bogen fuhr ich um Denpasar, nach Sanur. George hat mir den Weg zu seinem Haus erklaert, kam mir aber in dem Labyrinth von engen Gaesschen entgegen. Sein Haus ist typisch balinesich, d.h. es besteht eigentlich aus mehreren Haeusern und noch mehr Tempeln in einem wunderschoenenn Garten.


Das Gaestehaus mit wunderschoenem Bad, die erste Badewanne, die ich seit weiss nicht wie lange gesehen habe, habe ich bezogen. Alleine die Fensterlaeden sind sehr beeindruckend


Einfach genial. Dazu gabs noch Internet anschluss, was braucht man mehr.
Am naechsten Tag habe ich gleich in Darwin bei Bob angerufen, der vor einen Fischerboot hat, das von Kutang, Timor, nach Darwin faehrt. Leider ist das Boot aber in Reparatur fuer die naechten 3-4 Wochen und die Lizens fuer Personenbefoerderung hat er auch verloren. Nachdem ich dann auch im Internet keine erfolgreiche Berichte diesbezueglich gefunden hatte, gab ich mich schliesslich geschlagen und habe einen Flug gebucht. Die gibts spottbillig, ab 26USD. Fuer mich wuerde es etwas teuerer, erstens wollte ich mein Visum fuer Indonesien noch total auskosten und musste gleich wegen meinem Fahrrad noch 20kg zusaetzliches Gepaeck mitbuchen. Ich bin mir nicht sicher, ob 40kg reichen, aber mehr ging nicht.
Zugegeben, ich war dermassen erleichtert, als das nach 2 Tagen endlich geregelt war. Jetzt konnte ich weiter planen. Habe auch gleich Anfragen wegen Uebernachtung nach Darwin und Katherine geschickt und bekam gleich auch Einladungen. So, das waere dann auch schon geregelt.
Am Sonntag hat es mir meine Zahnbruecke aus den Angeln gehoben. D.h. am Montag habe ich zuerst mal einen Zahnarzt aufsuchen muessen, der mir diese wieder fixiert hat. Dann hatte ich meinen ersten Platten im Vorderrad, war aber zu faul den noch am selben Tag zu reparieren und war froh einen Grund zu haben, mein luxerioeses Gaestehaus noch ein wenig auszukosten.

Ausser meinen Planungen war ich nicht sehr aktiv. Habe versucht in Denpasar einen neues Kettenblatt zu bekommen, aussichtslos. Bin mal in den Westen von Denpasar geradelt, habe mir Seminyak und Kuta angeschaut und war sehr froh in Sanur gelandet zu sein.
Der Westen ist eine Surfergegend, es gibt viel mehr Leute, viel touristischer.
Der Strand wird von Surfbrettern dominiert.





In Sanur, auf der anderen Seite der Halbinsel, gibt es keine Wellen, es ist somit auch wesentlich ruhiger. Leider ist es auch nichts zum Schwimmen, das Wasser ist viel zu seicht. Dafuer gibt es viele bunter Fischerboote.


und bunte Drachen in allen Formen zu kaufen.

Trotz der vielen Feiertage um Nyepi nahmen die Prozessionen kein Ende. Anscheinend gibt es auf Bali 3 verschiedene Kalender, mit verschiedenen Festtagen, dieses Jahr vielen die Festtage des einen kurz nach den Festtagen des anderen Kalendern. Deswegen sah man immer noch Umzuege durch die Gassen laufen.

Nach vier Tagen war ich dann wieder bereit zu neuen Abenteuern, habe George und seiner Familie voerst Ade gesagt und bin losgeradelt. Vorerst, da ich ungefaehr die Haelfte meines Gepaecks dort lassen konnte, da ich bevor ich nach Australien fliege noch einmal zu ihnen zurueck darf. Meine ganze Campingausruestung habe ich dort gelassen, wollte, so lange ich mir es noch leisten kann, Unterkuenfte und Essen geniessen. In Australien ist dann damit vorbei.
So ausgeruht und mit Leichtgepaeck hat es doppelt so viel Spass gemacht. Locker konnte ich es mit jedem Berg aufnehmen.
Zuerst kam der Bratan dran. Der Vorteil, wenn man den Berg hoch faehrt ist, es wird immer kuehler. Schade, dass aber auch bald alles wolkenverhangen war.


Die Reisterassen konnte man gerade noch erkennen. Als es richtig angefangen hat zu regnen war ich in einem kleinen Ort wo es alles gab, was das Herz begehrte: Pisang Goreng und Martabak, fritierte Bananen und Pfannkuchen, dazu heisser Tee. Also eine angenehme Ruhepause. Wiedermal wusste ich, dass es kilometermaessig nicht sehr weit war und konnte mir Zeit lassen. Das ist auch ein Vorteil von Bali, die Insel ist sehr klein, alles liegt recht naeh beieinander.
Trotzdem bin ich recht frueh am Bratan See angekommen und nachdem ich den mir die Gegend und den Pura Ulun Danua Bratan, einen Tempel im Wasser, genauer angesehen hatte, habe ich beschlossen, da muss ich nicht noch einen Tag bleiben. Den Botanischen Garten kann ich mir sparen, fahre ich doch staendig durch die Botanik.
Die fruchtbare Vulkanerde und das angenehme Klima macht die Gegend zu einer einzigen Erdbeerplantage. Schoen verpackt in Plastik bekommt man sie auf Schritt und Tritt angeboten.


Am naechsten Morgen bin ich vor Sonnenaufgang aufgestanden, um das obligatorische Foto vom Tempel in der Morgenroete zu machen.


Ausser mir war gerade noch ein Fischer am See.

Ganz schoen lange konnte ich so die Ruhe geniessen, bevor die ersten Touristen kamen.
Ich bin dann zurueck, habe meine Sachen gepackt und habe mich aufgemacht, den Kraterrand voll zu erklimmen. Beobachtet wurde ich dabei von einer Vielzahl von Affen, die auf der Leitplanke sassen. Alle hatten Punkfrisuren, bei den Jungenn noch ausgepraegter wie bei den Alten. Jetzt weiss ich wenigstens woher der Ausdruckt kommt, das sieht ganz schoen affig aus.


Auf der anderen Seite des Kraterrandes ging es dann 20km abwaerts an die Nortkueste Balis. Unterwegs habe ich bei den Gitgit Wasserfaellen angehalten. Sehr schoen angelegte Wege fuehren zu 3 Wasserfaellen. Wirklich schoen. Auch hier waren noch keine Touristen unterwegs. Als ich zurueck kam, war ein Pool voller einheimischer Jugendlicher.

Unten in Singaraja war wieder eine Bruthitze, habe mich deswegen gleich zum Lovina Beach aufgemacht. Kaum aus der Stadt drausen, kamen sie schon von allen Seiten angefahren, ob ich eine Unterkunft suche. Ich habe alle Kaertchen eingesammelt, versprochen, dass ich es spaeter anschauer. Mein limitiertes Budget hat doch die Auswahl erheblich eingegrenzt, aber da auch hier kaum Touristen sind, konnte man schoen runterhandeln. So bekam ich ein brandneues zimmer in einem netten Bungalow nicht weit vom Strand.
Dieser war total leer, somit war ich mal wieder ein gefundenes Opfer fuer alle Touts, Einheimische, die irgendetwas anzubieten haben. Vor Massagen und Saris konnte ich mich kaum retten. Da das Wasser zu Ende der Regenzeit auch nicht ganz sauber war und auch niemand im Wasser war, beschloss ich doch liebr den Schatten in dem schoenen Garten vom Bungalow zu geniessen.
Lovina Beach war auch kein Ort, wo ich mich laenger aufhalten musste. Nix los, aber total ueberteuert.
Am naechsten Morgen ging es Richtung Osten. Bevor ich den naechsten Vulkan, Gunung Batur, in Angriff nahm, musste ich noch unbedingt den wahrscheinlich weltweit einzigen Tempel aufsuchen, an dem ein Fahrradfahrer abgebildet ist, Maduwe Karang. Um 1890 erbaut, kam 1904 ein Hollaender (natuerlich) vorbei und hat noch dieser Relief hinzugefuegt.


in der Buddhistischen Religion spielten Fahrraeder keine grosse Rolle, da benutzte man eher Schwaene, Elefanten oder von Rossen gezogene Waegen.

Danach gings los: 40km bergauf, von 0 auf 1700m Und wieder mal hat sich es bewiessen, wenn man es nebenher noch geniessen kann, ist alles nicht so schlimm. Ausserden war ich George mal wieder hundertmal dankbar, dass ich mit so wenig Gepaeck unterwegs sein konnte. So war es mit der Akzeptablen Steigung, der der Vegetation, der Blick auf die Kueste, das reinste Vergnuegen. Leider fuhr ich ab 1000m wieder in den Wolken, ab und zu gingen richtige Schauer nieder. Wiedermal war ich froh mir den Bromo auf Jawa erspart zu haben, dort waere es wahrscheinlich nicht anders gewesen, nur haette ich es dort nicht so gut verkraftet.
BILD19
Danach ging es noch 16 km runter, auch nicht so angenehm, wenn man total nass ist und es weiterhin regnet.
Die Wolken verbargen den Gipfel des Mount Batur.






Aber wieder mal war Ende gut Alles gut! Ich habe ein wunderschoenes Zimmer direkt am See, sogar mit heisser Dusche, auf die ich heute nicht verzichtn wollte, war bezahlbar. Danach ging es mir wieder viel besser.
Am naechsten Morgen bot sich ein ganz anderes Bild. Der Blick aus meinem Fenster war einfach genial


Auch wurde mir endlich der Blick zum Gipfel vom Mount Batur gewaehrt.


Allerdings erweckter er auch nicht in mir das Verlangen, diesen zu besteigen. Ich kann denn Anblick auch gut von unten geniessen. Der Gipfel ist auch nicht sehr viel hoeher als der Kraterrand, den ich gestern ueberwunden hatte.
Lieber wollte ich zu den heissen Quellen weiter hinten am See radeln. Der Weg dorthin war wunderbar, die Quellen selber nicht. Die ersten kosteten 7 US Dollar Eintritt, das war es mir dann doch nicht wert, nicht mal mit Handtuch und Welcome Drink. Ein Stueck weiter gab es die oeffentlichen Quellen. Von denen wurde mir berichtet, dass sie voller Einheimischen sind, wogegen ich ja im Prinzip nichts habe. Allerdings, als ich da ankamwaren eine Frau und ein Mann da, der Mann hat sich mit Seife von Oben bis Unten gewaschen, die Frau war mit ihrer Waesche samt Waschpulver beschaeftigt. Das war dann auch nicht nach meinerm Geschmack. Die dritte Option, die fuer 15 US Dollar, stand sowieso nicht zur Diskussion. Also habe ich beschlossen im See zu schwimmen, suchte aber vergebens nach einem Platz, wo ich ins Wasser konnte. So wie am Lake Bratan alles voller Erdbeeren ist, ist hier alles voller Tomaten und Zwiebeln (oder Knoblauch?). Kaum findet man einen Zugang zum See und wenn, dann ist es voller Dreck und Wasserpflanzen. Das Gemuese wird auch kraeftig geduengt, was nicht nur das Wasser, sondern auch meinen Wunsch, darin zu schwimmen recht truebte.
Nach ca 12 km bin ich auf der anderen Seite des Sees am Ende der Strasse, angekommen. Natuerlich stand ich da vor einem Tempel, danach kamen nur noch Felsen und steile Abhaenge. Kurz vorher ging ein kleiner Weg links ab, der anscheinend oberhalb um den See herumfuehren sollte. Der Weg war aber so steil, dass ich doch wieder umgedreht bin. Eigentlich wollte ich ja geruhsam an einer heissen Quelle liegen. Verausgaben konnte ich mich am naechsten Tag wieder, wenn es hiess den Kraterrand wieder zu erklimmen.
Ich versuchte dann noch auf der anderen Seite einen Zugang zum See zu finden, aussichtslos. Schliesslich habe ich mich in ein Cafe gesetzt und gelesen.
Unzaehlige Massagen, Trekking tours und Transporte rauf auf den Krater (Fahrraeder zaehlen nicht ernsthaft zu Transportmittel) angeboten, aber dass mal einer einen Badesteg in See macht, darauf ist noch keiner gekommen.
Ein Kanu waere eine Loesung gewesen, aber pro Stunde verlangten sie doppelt so viel wie ich fuer mein Hotelzimmer zahlte.

Trotz allen Prophezeihungen der Transportanbieter, habe ich es doch gut am naechsten Morgen die 300 Hoehenmeter bis zum Kraterrand geschafft. Wieder einmal konnte ich die Aussicht geniessen und da ich wusste, dass es danach bis Ubud nur bergab ging, konnte ich mir auch Zeit lassen.
Oben angekommen habe ich nochmals die Aussicht genossen, den Bergen Ade gesagt, Sweat Shirt angezogen und mich in die Tiefe gestuerzt. Vulkane haben die Eigenschaft, dass die ersten paar Kilometer sehr steil sind. Danach konnte ich etwas langsamer durch die wunderschoene Landschaft duesen. Am Tempel Tirta Empal habe ich das erste mal angehalten.


Viele Glaeubig waren mit beten, Waschungen und Opfergaben beschaeftigt, da wollte ich nicht stoeren und bin weiter.
Ein paar Kilometer weiter kam schon der naechste Tempel, Gunug Kawa, ein Hauch von Petra, alles in Stein gehauen.

Sehr beeindruckend, vor allem der Ort, in einem engen Flusstal umgeben von Reisterassen.
Auf dem Weg hinunter waren unzaehlige Souvenierstaende, die Schnitzereien anbieten


Danach waren es nur noch wenige Kilometer bis Ubud. Davor kam nochmals ein Tempel, aber da sah der Parkplatz schon wie ein Busbahnhof aus, nix wie weiter.
Ubud selber hat mir nicht so gefallen. Der erste Ort seit langem, wo es wirklich viele Touristen hat und fast so viele Tempel, aber das ist ja fuer Bali nichts neues.
Der Markt koennte ganz schoen sein, wenn er nicht voll von Souvenieren waere, die ich hier nicht weiter beschreiben moechte.
Eine zeitlang habe ich der Gamelanmusik zugehoert, wollte dann aber bald meine Ruhe haben.
Am Abend traf ich Mirjam mit ihrer Kusine, die auf "Besuch" ist, das war richtig nett.

Da die Faehre nach Lombok mindestens 4 Stunden dauert, wollte ich nicht allzu spaet am Hafen sein. Die Strecke war aber so schoen und einfach, dass dies auch kein Problem war, nur dauerte es schon 1 ½ Stunden bis die Faehre loslegte.

Nach fast 2 Wochen und immerhin 545 km (Hoehenmeter, keine Ahnung) habe ich Bali voruebergehend verlassen. Die letzten 11 Tage bevor ich nach Australien fliege, moechte ich einfach geniessen.

Montag, 30. März 2009

Die verkehrs-chaotische Insel Jawa

Nach Sumatra, die Insel mit riesigen Regenwaeldern, war ich wirklich gespannt wie Jawa werden wird. Ich hatte mit einem grossen Unterschied gerechnet, aber nicht so.
Zuerst ging es fast so wie es auf Sumatra aufgehoert hat, auf Jawa weiter. Dann nahm der Verkehr zu und die Strasse wurde immer schlechter. Nach dem Industriegebiet entlang der Kueste kamen Feriensiedlungen, recht heruntergekommen. Die Strasse war mittlerweile nur noch Schotter, so schlimm war sie eigentlich ausser vor Kota Agung auf Sumatra nirgends. Ich habe versucht meine lauten Missbilligungen darueber im Zaum zu halten, da ich gehoert hatte, dass es hier vor Kurzem Ueberschwemmungen gegeben haben soll. Wahrscheinlich war die Strasse deswegen in einem so schlechten Zustand. Das letzte was die Leute dann hier brauchen sind schimpfende Touristen.
Zum Glueck fand ich ein nettes Plaetzchen, wo ich mein Zelt aufschlagen konnte, Ziemlich direkt unter dem Leuchtturm von Anyer.

Am naechsten Morgen ging es recht schoen an der Kueste entlang. Hier ist es aber immer noch nichts zum Schwimmen, die Brandung ist zu stark.

Dann gings in das Landesinnere und mal wieder in die Berge, aber alle Steigungen nicht so schlimm wie auf Sumatra, dafuer der Verkehr umso schlimmer. Jawa ist die dichtbesiedelste Insel der Welt und jeder scheint ueberall hin zu wollen. Da viele immer noch kein eigenes Gefaehrt haben, gibt es unzaehlige Busse, kleine wie grosse. Die grossen Busse sind “King of the Road” Hupe rein und einfach durchgeschossen, dass alles links und rechts zur Seite springen muss. Dazu haben sie natuerlich die von mir gelieben Presslufthupen. Danach hoert man ein Weilchen gar nichts mehr.
Die kleinen Busse kuemmern sich um den Rest. Sie fahren an und halten, wie und wo es ihnen gefaellt, egal ob man gerade vor hinter oder nebenan ist.
In jeder groesseren Ortschaft, vor allem im Westen Jawas, legen sie ganzen Verkehr lahm, indem sie in so viel Reihen wie Platz hat einfach halten. Da geht dann nichts mehr.
Zu dem Laerm kommen dann noch die Abgase. Eigentlich sind die fast in ganz Suedostasien die gleichen, nur sind auch diese hier, wie der Verkehr, dichter. Die privaten “Muellverbrennungsanlagen” geben dann noch den Rest. Staendig hat man einen Reiz in der Kehle.
Dazwischen gab es auch kurz mal ruhigere Momente, in denen man die Aussicht ueber die Berge geniessen konnte, bis es wieder wolkenverhangen war oder kraeftig angefangen hat zu regnen. Bogor, die Stadt des Regens, machte ihrem Namen alle Ehre. Auch noch als ich den Puncak- Pass hoch fuhr konnte ich eine 2 stuendige Mittagspause einlegen. Nachdem ich tags zuvor schon patsch nass war, wollte ich dieses mal nicht wieder in den Regen hinaus. Es schuettete wie aus Kuebeln. Selbst fast am Gipfel des 1400m hohen Passes hatten die Leute mit dem Wasser zu kaempfen.

Ich wollte nicht wissen, wie es unten im Tal ausgesehen hat. Nachdem die Wolken verschwunden waren, hatte ich dann wenigstens einen Blick ins Tal.

Bis Bandung gab es noch ein paar schoene Strecken,

bis ich mich dann in das absolute Verkehrschaos stuerzte. In dieser Stadt geht ueberhaupt nichts mehr. Alle Strassen verstopft. Dazu noch alles Einbahnstrassen. Aber das war ja dann auch voll egal, ob man in die eine oder andere Richtung steht. Erstaunlicher weisse habe ich es auch hier bis zu einem ueberraschend ruhigen Hotel geschafft und am naechsten Tag wieder weiter.

Je weiter ich nach Osten kam, desto besser wurde es. Besonders nachdem ich nach Borobudur abgebogen bin. Wunderschoen ruhig durch Waelder, ueber Berge. Sobald ich nebenher geniessen kann, machen mir die Steigungen viel weniger aus.
Borubudur selber ist nach Angkor Wat nicht mehr so spektakulaer.
Das darf man aber natuerlich keinem Indonesier sagen. Fuer die ist es der groesste Tempel. Und weil es auch noch Weltkulturerbe ist, lassen sie die Touristen ganz schoen dafuer zahlen. Ich frage mich, wozu die Weltkulturerbe gut sind, wenn es sich nur noch reiche Touristen leisten koennen. Natuerlich, die Instandhaltung kostet einiges, bei indonesischen Gehaeltern aber sicherlich nicht so viel.
Was an Borobudur genial ist, ist die Lage des Tempel. Umgeben von lauter Bergen und Vulkanen.

Punkt 6 Uhr als es aufgemacht hat, war ich dort, konnte noch in Ruhe die Morgenstimmung geniessen und war vor der grossen Hitze oben bei den Stupas

Noch bevor die grossen Menschenmassen kamen und all die Souvenierstaende aufgemacht hatten war ich schon fertig, konnte mich wieder aufs Fahrrad schwingen und die paar Kilometer nach Yogyakarta fahren. Endlich einmal eine Stadt, wo ich sagen koennte, dass sie mir gefaellt. Hier haelt man es gut nochmals einen ganzen Tag aus. Ein Ruhetag kam jetzt recht gut. Schon in Borobudur, aber vor allem hier gab es Touristen. Ohne gross Aufsehen zu erregen, konnte ich hier durch die Gassen schlendern. Und die sind wunderbar, fast zu eng, dass nicht mal ein Moped durchkommt. Ueberall stehen Blumentoepfe. Man musss nur aufpassen, dass man hinterher auch wieder heraus findet.
Nach diesem aktiven Ruhetag ging es wieder leichter weiter, vorbei an all den Vulkanen, die einer nach dem anderen Richtung Osten hin kommen, die man aber nur auf der Landkarte gesehen hat. Obwohl es da oben ja sehr schoen sein muss, habe ich mir es doch erspart mit all dem Gepaeck dort hoch zu fahren. Das kann ich dann mal machen, wenn ich hier im Urlaub bin. Ich wollte nur noch so schnell wie moeglich Richtung Bali, in der Hoffnung, dass es dort besser wird.

Der Versuch, weg von der Hauptstrasse eine Seitenstrasse zu fahren, ist fehlgeschlagen, sie endete im Nichts. Schlussendlich hat es mir nur ein kurzes Stueck auf der Hauptstrasse erspart, aber einen 7 km langen Umweg. Zugegeben, der war sehr schoen, kleine Strasse, kaum Autos, nur Mopeds, durch Reisfelder.
Immer fruher wurde es dunkel, um 6 Uhr abends war es praktisch stockfinster, dafuer war es morgens um 5:30 schon hell. Kein Wunder, ich bin auf Jawa schon wieder ueber 1000 km gefahren, davon das meiste Richtung Osten, das macht sich natuerlich bemerkbar. Da es frueher hell wurde, begann auch der Muezin immer frueher. Eines Morgens wurde ich schon vor 5 Uhr geweckt, sass um 6Uhr schon auf dem Fahrrad. Total erstaunt war ich, als ich in dieser Morgenfrische auf einmal einen Vulkan sah.

Die ganze Zeit bin ich zwischen Vulkane hindurch oder an Vulkane vorbei gefahren, habe aber kaum einen gesehen. Es ist viel zu diesig und wolkig hier. Darum war die Freude umso groesser ein bisschen von der Schoenheit der Insel wenigstens von unten zu sehen.

Die letzten 1 ½ Tage auf der Insel konnte ich direkt noch geniessen. Ich nahm die Route ganz im Norden, auf der einen Seite das Meer,

auf der anderen Seite die Berge

Wirklich ein schoenes Ambiente mit erstaunlich wenig Verkehr und die besten Strassen in ganz Jawa.

In der Ecke ganz im Nordosten ist das Jien Plateau und der Baluranberg. Dazwischen drin war fuer mich die schoenste Strecke auf ganz Jawa, endlich mal wieder mehr Baeume als Autos um mich herum.

Als der Verkehr dann wieder zu nahm, konnte ich schon Bali sehen. Es waren dann nur noch wenige Kilometer bis zur Faehre, die ich dann gerade zur Mittagszeit erreichte.

Sehr leicht viel mir der Abschied am 24. Maerz nach 2 Wochen und 2 Tagen und fast 1400 km von dieser Insel.

Mittwoch, 11. März 2009

Hello Mister; Durch den Dschungel Sumatras

Der erste Blick auf die zweit groesste Insel Indonesiens war nicht gerade berauschend, nur Fabrikanalagen und das Wasser braun.


In Dumai, der Hafenstadt sah es auch nicht viel besser aus, kaputte Strassen und Haeuser. Zwischen Melaka, Malaysien und Dumai, Sumatra, sind nur ein paar Seemeilen, die Strasse von Melaka. Aber im Prinzip liegen Welten dazwischen. Da die Ueberfahrt laenger gedauert hat als erwartet, wollte ich nicht mehr weiter fahren. Zur Feier meines ersten Reisejahrestages goennte ich mir ein besseres Hotel und habe dies dann auch gleich reichlich ausgenutzt. Die ersten 200km bis Pekanbaru waren nicht gerade der Hit, auf der Strasse Tanklastzuege ohne Ende. Wenn ueberholt wurde, haette ich eigentlich in Strassengraben ausweichen sollen, aber da war schon die Pipeline. Eigentlich ganz nuetzlich, wenn sie so frei an der Oberflaeche verlaeuft, dann kann sie immer wieder angezapft werden. Mit Abschreckenden Hinweisse wird immer wieder auf die Gefaehlichkeit des Ueberholens und zu schnell fahrens hingewiessen.


Die Busse und LKWs hatten wieder die verhassten Hupen, wenn sie Gas gaben, bin ich in einer schwarzen Rauchwolke gefahren. Die Luft war sehr truebe und ewig knirschte es zwischen den Zaehnen. Daran musste ich mich fuer die naechste Zeit wieder gewoehnen. Fuer all das Oel war in Pekanbaru Endstation. Nachdem ich aus der riesigen Stadt heraus gefunden hatte, konnte ich endlich aufatmen. Bald darauf fand ich mich im dichtesten Dschungel wieder

Bergauf, berab, an ueber Fluesse und an Seen vorbei. Kaum eine Stadt. Uebernachten konnte ich in einem Restaurant. Fuer Fernfahrer gibt es neben den Tischen eine Art Tribuene auf der man schlafen konnte. Fuer mich hat aber eine Tochter des Hauses ihr Zimmer geraeumt. Das Haus stand auf Stelzen an einem Abhang, durch alle Ritzen durch die Holzlatten, auch durch die Bodendielen konnte man ueberall dichtes Blattwerk sehen Am naechsten Tag ging es noch einige kilometer so weiter, dann 19 km nur den Berg hoch bis man von oben in den Harua Cannyon blicken konnte.

Leider wurde die Strasse und Bruecke erneuert, so dass alles eine einzige Baustelle war und man es nicht so richtig schoen laufen lassen konnte. Irgendwo kurrz zuvor muss ich den Aequator ueberquert haben, habe aber ueberhaupt nichts bemerkt. Nach der Abfahrt befand ich mich schlagartig in einer total anderen Landschaft, der Dschungel wurde kultiviert und ueberall gab es die leuchtend gruenen Reisfelder

In den kleinen Staedten und Doerfer traf ich immer wieder auf Fahrradkollegen. Die treteten aber meistens nicht um vorwaerts zu kommen, sondern um Karusells fuer Kinder zu bewegen.

Die letzten Kilometer bis zu meinem ersten Touristenort Bukittinggi waren mal wieder knackig den Berg hoch. Eigentlich wollte ich nur kurz mein Gepaeck im Hotel abgeben und weiter zum Maninjau See fahren. Nach dem Anstieg brauchte ich zuerst einmal eine Erholung. Diese wurde mir aber nicht gerade gewaehrt. Es war Sonntag da sind die Schueler auf der Jagd nach Touristen um ihr Englisch zu ueben. Im Prinzip eine lobenswehrte Aktivitaet, wenn man allerdings einer der einzigen Touristen ist, aeussert laestig. Die ersten versucht man noch nett abzuwimmeln, bei der 10ten Gruuppe von Kindern faellt das mit der Nettigkeit schon schwerer. Es sind immer nur die gleichen Fragen, die sie stellen,Hello Mister, what's your name, how are you, where do you come from, where do you go to....Wenn sie damit durch sind, fangen sie wieder von vorne an What's your name? Wehe man stellt eine Gegenfrage, dann bekommt man nur fragende Blicke zugeworfen. Das erste mal, dass ich mir sehnlichst mehr Touristen herbei gewuenscht haette. So war es reichlich spaet, bis ich mich nach Maninjau aufmachte. Da ich auch noch einige Hoehenmeter zu erklimmen hatte, war es aussichtslos die ganze Strecke zu bewaeltigen. Ich bin zwar den ganzen Berg hoch gefahren,


auf der anderen Seite konnte ich einfach nicht herunter fahren. Der Gedanke, das alles nacher wieder hoch zu muessen, war einfach zu schrecklick. Ein Stueck weit bin ich aber doch noch runter, in der Hoffnung wenigstens von Weitem noch einen Blick auf den See werfen zu koennen. War aber aussichtslos. Kurz bevor der allabendliche Regen einsetzte war ich wieder zurueck in der Stadt,



Am naechsten Tag bin ich auf direktem Wege nach Padang gefahren. Zuerst ging es noch ein paar Hoehenmeter rauf, aber danach ueber 1000 Hoehenmeter bergab, die genialste Abfahrt aller Zeite. Auf der fast neuen Strasse konnte ich es so richtig schoen laufen lassen, der Steilheit waren mal wieder keine Grenzen gesetzt

Es ging durch dichten Urwald, an Wasserfaellen vorbei und entlang von Baechen.
Viel schneller als vermutet war ich dann in Padang. Auch diese Stadt ist nicht wirklich lohnenswert anzuschauen, obwohl sehr schoen an einer Flussmuendung gelegen. Als ich am naechsten Tag aus der Stadt hinaus gefahren bin, habe ich nach den vielen “beinahe” Unfaelle einen richtig ueblen gesehen. 2 Mopedfahrer sind mit voller Geschwindigkeit in einer Kurvere direkt auf einander drauf. Koerper und Fahrzeuge flogen durch die Luft. Der eine, der einen Sturzhelm auf hatte, stand gleich wieder auf, die zwei Frauen lagen regungslos am Boden. Die “Warnsaeulen” der Polizei haben ihre Berechtigung.
In Indonesien ist Helmpflicht, aber das interessiert auf Sumatra niemanden, weil eh niemand kontrolliert. Fuer mich war das mal wieder eine Warnung, ich werde wohl in Zukunft noch vorsichtiger fahren. Die Westkueste am Indischen Ozean entlang hatte es ganz schoen in sich. Angefangen hat es noch recht harmlos mit sanften Huegeln und schoene Blicke auf das Meer.
Das war mit die schoenste Strecke auf ganz Sumatra. Hier waren alle Schoenheiten der anderen Laender vereint, Berge, Meer, Strand, Fluesse. Nur es gab keine Touristen, was ganz schoen laestig war. Ich hatte keine Ruhe, staendig standen sie in Scharen um mich und starrteten mich an. Eltern schleppten ihre kleine Kinder herbei, damit sie auch mal eine Touristin gesehen haben. Dieses “Hello Mister”, was ich am Anfang noch recht witzig fand, konnte ich bald nicht mehr hoeren. Wenn ich noch die Energie aufbrachte, machte ich sie auf den Fehler aufmerksam, wenn ich ueberhaupt nicht darauf reagierte, ist es in ein Gekreische ausgeartet. Dieses “What's your name” beantworte ich schon gar nicht mehr. Sie wollen eigentlich gar nicht meinen Namen wissen, dies ist nur eine der einzigen Fragen die sie kennen. Wenn man sie 50 mal am Tag gestellt bekommt hat man echt genug. Ausser Menschen gibt es hier auch Affen, die sind aber weit weniger laestig wie in Malaysien. Hier werden sie als Nutztiere gehalten. Sie sind dafuer abgerichtet Kokosnuesse von den hohen Palmen herunter zu holen. Auf dieser Strecke sah ich Herrchen mit Aeffchen oft auf dem Fahrrad zusammen herum fahren.
Nach Mukomuko fing der Spass an, bergauf bergab, unglaublich steil, staendig ist man nur am Schalten vom kleinsten in groesste Gang und zurueck. Am Anfang konnte ich noch alles fahen, aber irgendwann gab ich auf. Besonders aergerlich war, dass in der unten in der Senke meistens der Teer fehlte, d.h. absolutes Abremsen und vom Stand aus die Steilwand hoch, nichts mit Schwung und Anlauf. Besonders viel Freude bereitete es auch wenn die Mopedfahrer dicht neben mir her fuhren um ihr “Hello Mister, what's your name?” loszuwerden und ich dem naechsten Schlagloch nicht ausweichen konnte. Nach hunderten von diesen Auf und Abs gaben meine Beine auf. Sie zitterten und waren wie aus Gummi. Im Strassengraben habe ich meinen letzten Keks gegessen, das reichte dann bis zur naechsten Herberger, die zum Glueck nicht mehr weit war. Von der Landschaft her war es sehr eintoenig, nur Oelpalmplantagen, wie ich es schon von Malaysienn zu genuegen kenne. Ein aeusserst nettes Erlebnis hat mich dazwischen aufgemuntert. Da der Geldautomat in Mukomuko nicht funktionierte und es in der naechst groesseren Stadt, Ipoh, keinen gab, wollte ich wenigstens auf der Bank ein paar Dollar tauschen. Damit waren die restlos ueberfordert. Sie kannten nicht einmal den Wechselkurs. Der Filialleiter kam auch herbei und ich sagte ihnen, wieviel ungefaehr 20 Dollar in Indonesiesche Rupien sind. Sie gaben mir das indonesische Geld, wollten aber die Dollars nicht. Jetzt stand ich da mit offenem Mund und starrte nur noch. So etwas ist mir auch noch nie passiert. Geschenk des Hauses. Dazu gab es dann noch eine Flasche Tee und eine Flasche Fitnessgetraenk. Zum Abschied gab es noch ein Gruppenbild.
Manchmal ist es doch von Vorteil, wenn nicht allzu viele Touristen vorbei kommen. Kurz vor Bengkulu, nach ca 170 km, war dann kurz Schluss mit dem Horror. Zum Glueck war es fast immer bewoelkt oder hat geregnet, sonst hatte ich bei der Hitze bis 47 Grad weit mehr Probleme gehabt. In Bengkulu machte ich einen halben Tag Pause, musste mal wieder meine Essensvoraeter aufstocken und meine Mails abrufen. Diese Stadt ist auch die erste, die eine Sehenswuerdigkeit hat, das Ford Marlboro. Leider war keine englische Information zu bekommen und es war voll von Schulklassen. Wo ich immer allergischer reagiere ist, wenn Teenie Maedchen kreischend mit ihren Handy-Kameras um mich herumtanzen. Da suche ich dann immer ganz schnell das Weite. Was mir an Sumatra besonders gut gefallen hat, war, dass man immer und ueberall eine Unterkunft gefunden hat. Ich nehme an, daslag daran, dass es viel zu gefaehrlich ist, bei Nacht zu fahren. Deswegen bieten Restaurant primitive Schlafmoeglichkeiten an, sei es nur eine Ecke auf dem Boden. So fand ich mich z.B. eines Abends auf dem Dachboden ueber einem Restaurant wieder, zusammen mit ein paar jungen Maennern, die nach Kohlevorkommen auf Sumatra suchen. Endlich mal wieder eine nette Unterhaltung mit jemandem, der ein bisschen mehr englisch konnte. Die naechste Tages bis Bintuhan war sehr schoen, mal wieder konnte man ab und zu das Meer sehen. Nur hier kommt anscheinend absolut kein Tourist her. Kleine Kinder die mich schon von weitem sehen, rufen lauthals: ein Tourist, ein Tourist! Bis ich dann angefahren kam, stand das ganze Dorf spalier und neben dem “Hello Mister” hoerte ich immer wieder “Ein Tourist, ein Tourist...”. Auf die Dauer ganz schoen nervig, zum Glueck gab es noch ein paar ruhige Leute, bei denen ich mich einfach im Schatten ausruhen konnte. Es war wieder einmal gnadenlos heiss, bis 46 Grad. Nach Bintuhan kam ein Nationalpark, da fing der wahre Spass erst richtig an. Steigungen mit Schlagloechern, die beim besten Willen nicht mehr fahrbar waren. Am ersten Stueck half mir ein junger Bursche schieben. Da ahnte ich noch nicht, dass das nur der Anfang war. Es kamen so steile Stuecke, dass selbst manche Lastwagen nicht mehr hoch kamen und gezogen werden mussten. Fuer mich war selbst schieben kaum mehr moeglich. Nach ca 1 Std in der ich kaum 2 km vorwaerts kam und ich das Gefuehl hatte, selbst die Insekten aus dem Wald rufen mir “ein Tourist ein Tourist” zu, wusste ich, jetzt ist es mal wieder soweit, das muss ich nicht mehr laenger mitmachen. Kurz darauf hielt ein Lastwagen an und nahm mich mit. Welch ein Glueck, das war wirklich erst der Anfang. Es ging noch Stunden bergauf. Im Gegensatz zu den anderen Abschnitten war auch ueberhaupt keine Verpflegungsmoeglichkeit. Da haette ich ganz schoen Wassermangel gehabt. So aus dem Fahrerhaus konnte ich endlich den Naturpark geniessen. Von oben hatte man ein wunderschoene Aussicht auf die Kuestenlandschaft. Leider ist die Brandung hier zu gross zum Schwimmen, aber es ist ein Geheimtipp fuer Surfer. Mitten in dem Fischerdorf Krui wurde ich wieder abgesetzt. Da ich noch so fertig war, habe ich mich gerade vor ein Haus gesetzt und knabberte mal wieder meinen letzten Keks. Da sass ich natuerlich nicht lange alleine. Diesmal war die Erscheinung eher positiv und hat nicht mit “Hello Mister” angefangen. Ein aelterer Moslem hat mich in einem sehr guten Englisch mit witzigem akzent gefragt, woher ich komme. Und gleich hat eine recht gute Unterhaltung angefangen. Schliesslich frage ich ihn, ob er mir ein gutes, guenstiges Hotel empfehlen kann. Darauf hin meinte er nur ”Warum Hotel? Das ist mein Haus, Du kannst hier um sonst schlafen. “ Aeusserst nett. Seine Frau und sein erwachsener Sohn wohnten auch dort. Das Haus war aber gross genug, dass ich sogar ein extra Zimmer bekam.
Am naechsten Tag war mir ueberhaupt nicht nach weiter fahren. Yon und seine Frau freuten sich, dass ich noch laenger blieb. Ich genoss einen Tag nur Ruhe.
Die Leute im Dorf sehen ab und zu Touristen, die hier zum Surfen herkommen, selbst ich habe meine ersten Touristen seit Bukittinggi gesehen, zwei australische Surfer. Nach diesem Tag Pause konnte ich wieder frisch gestaerkt weiter. Der Anfang war noch wunderbar, am endlosen Sandstrand entlang, mit Rueckenwind. Am Nachmittag befand ich mich am Fusse der Berge. Da mir versichert wurde, dass diese bei weitem nicht so schlimm waeren, wie die vor Krui und immer wieder Ortschaften kommen wuerde, fuhr ich weiter. Leider merkte ich bald, dass weder das eine noch das andere stimmte. Bald merkte ich, so komme ich nicht weiter. Darum und da meine Blase am Fuss von der letzten Schiebeaktion weh tat, sagte ich mal wieder nicht nein, als ein Lastwagen neben mir hielt und mich mitnehmen wollte. Das war mal wieder mein Glueck, ich haette wahrlich Probleme gehabt, vor Dunkelheit die naechste Ortschaft zu erreichen. Auch die Bergabfahrt waere eine Katastrophe geworden. Die schlimmste Strasse seit Kambodscha. Ueber kilometer hinweg nur grober Schotter. So wurden nur die Stossdaempfer des LKWs strapaziert und nicht meine Nerven. Mein Glueck ging sogar noch weiter, sie fuhren nicht nur bis Kota Agung, sondern bis in einen kleineren Ort den naechsten Berg wieder hoch, direkt an einem der hoechsten Vulkane gelegen. Am naechsten Tag ging es dann praktisch 50 km bergab. Danach kamen wieder kleinere Berge, die ich aber alle fahren konnte. Am Sonntag, den 9. Maerz erreichte ich den Faehrhafen und konnte nach nicht ganz 3 Wochen und mehr als 1670 km nach Jawa uebersetzen
Mir faellt es schwer, ein Urteil ueber Sumatra abzugeben. Keine Frage, es ist eine sehr schoene Insel mit noch sehr viel Dschungel, in dem es auch noch Tiger gibt. Leider konnte ich es nicht immer so geniessen, die Strassen waren einfach zu steil. Der Verkehr muss in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Es gibt nur noch wenige Abschnitte, in denenn man wirklich seine Ruhe hat. Auch wenn manchmal sehr nervig, was sie sicher nicht so meinen, sind sie doch sehr nett und hilfsbereit. Ich fuehlte mich immer sehr sicher und sehr gut aufgehoben. Alles in allem bleibt ein recht positiver Eindruck.