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Dienstag, 20. Januar 2009

Wind, Sand und Sonne: Der Sueden Thailands

Wenn das Jahr so weiter geht, wie es angefangen hat, bin ich in ein paar Monaten wieder daheim. Rueckenwind ohne Ende. Fuer meine geplante 14 Tage Schnelldurchfahrt durch Suedthailand kam mir das, obwohl von hinten, doch sehr entgegen. So angenehm kann das Jahr ruhig weiter gehen.
Die Strassen Thailands hatten mich wieder, mit all den (Un-) Annehmlichkeiten. Viel Verkehr auf mehrspurigen Strassen, dafuer einen breiten Seitenstreifen fuer mich und kein Gehupe und Tankstellen mit benutzbaren Toilleten, ein Frau weiss das zu schaetzen!
Ein Fahrradfahrer kam mir entgegen, der arme, seit Tagen im Gegenwind. Dafuer bekam er mein ganzes Kartenmaterial und Reisefuehrer fuer Kambodscha. Danach ging es fuer ihn leichter (Wegfindung) und fuer mich leichter (Gepaeck) weiter.
Eigentlich wollte ich Bangkok meiden, aber die Stadt war mir einfach im Weg. Im Norden herum haette einen zu grossen Umweg bedeutet, suedlich ist der Golf von Thailand. Dafuer habe ich ein nettes, kleines Straesschen bis 30 km vor der Innenstadt gefunden. Leider ist Abseits der Hauptstrassen und Highways kaum mehr was in lateinischer Schrift angeschrieben, alles in der schoenen, aber unentzifferbaren thailaendischen Schrift. Dabei habe ich mich, glaube ich, das erste mal so richtig verfahren. Ich hatte keine Ahnung mehr wo ich war, bis mir nette Motorradtaxifahrer, die sogar Karten lesen konnten, mir den richtigen Weg gezeigt hatten. 9Km musste ich im Gegenwind wieder zurueck. Da lernt man den Rueckenwind wieder so richtig zu schaetzen.
Dann habe ich mein Schicksal nochmals herausgefordert und mich in den Verkehr Bangkoks gestuerzt. Wenn man mit Gepaeck vollbeladen Fahrrad faehrt, scheinen die Autofahrer mehr Respekt zu haben. Ohne groessere Probleme kam ich bis zu den ersten Konsumtempeln. Samstag Nachmittags war da das reinste Chaos, so etwas kann man sich auf europaeischen Strassen gar nicht vorstellen. Einfach mit dem bepackten Fahrrad irgendwie durchschlaengeln, ja nicht zoegern oder hilflos herumschauen, sondern voller Selbstbewusstsein einfach durch.
Im Zentrum fand ich dann gleich ein Zimmer, dabei kam ich auch an der Bar vorbei, die an Silvester gebrannt hat. Nicht nur ein Gebaeude hat ganz anders ausgesehen, als bei meinem ersten Besuch, da ist einiges zu Asche geworden. Vielleicht doch besser, wenn Silvester nicht allzu sehr gefeiert wird.
Sonntag morgens um 7 Uhr hat es selbst in Bangkok kaum Verkehr, war richtig schoen am Palast und den Tempels mal ohne Verkehr vorbeizufahren. Schnell habe ich aus der Stadt gefunden, erstaunlicher Weise mit nicht vielen Ampeln.
Auch jetzt hat der Rueckenwind mich nicht im Stich gelassen. Die Strecke war meist entlang dem Motorway, auf der man nur mit dem Auto fahren darf. Dafuer gibt es fuer die restlichen Verkehrsteilnehmer nochmals 2 Spuren in jeder Richtung. Die Strecke war nicht gerade inspirierend, dafuer gut zum Strecke und Tempo zu machen. Kurze Zeit ging es nahe am Meer entlang, an Salinen vorbei. Ich war mir zuerst nicht sicher, ob es das auch wirklich Salinen sind, aber nach der Masse von Salz, das am Strassenrand verkauft wurde muss es wohl so gewesen sein.

Auf der Strasse nach Petchaburi habe ich das jetztige Kulturgut gesehen, was wahrscheinlich in ein paar hunderten von Jahren genau so ausgebuttelt wird wie Angkor Wat In Hua Hin habe ich dann zum ersten Mal richtig das Meer gesehen. Der erste Blick waren allerdings die klischeehaften Bettenburgen.



Der “Stadtkern” hat mir aber sehr gut gefallen, enge Gaesschen mit alten Holzhaeusern. Ich musste nicht lange ueberlegen, obwohl es gerade mal Mittag war, bin ich geblieben. Der Strand war mir viel zu bevoelkert, als dass er mich zum Schwimmen animiert haette. Ich genoss einfach mal wieder am Meer zu sitzen.
Die meisten Touristen kamen wahrscheinlich direkt aus Europa fuer 2-3 Wochen eingeflogen und verbrachten die meiste Zeit am Strand. Mir reichte ½ Tag. Ausserdem war auch alles unheimlich teuer, aber wahrscheinlich nur fuer mich, die ich die europaeischen Preise nicht mehr gewohnt bin. Die anderen zahlten alles, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie hatten ja auch recht wenig Zeit ihr Geld auszugeben. Da bin ich doch froh, dass ich nicht alles an einem Abend verpulvern musste, sondern viel, viel Zeit habe und ein anderes Thailand und andere Preise kenne.
Es war aber schon recht merkwuerdig, in einem Guesthouse zu uebernachten, in dem fast ausschliesslich aeltere Maennter waren. Ein Schelm, der Boeses dabei denkt.
Weiter gings der Kueste vom Golf von Thailand entlang, mit Rueckenwind, nur gibt es immer mehr Berge. Noch durfte ich sie mir von Ferne anschauen, die Strasse blieb relativ eben.
In der Nacht nach Hua Hin, war ich in einer kleinen Stadt. Auf meine Frage, nach einer Uebernachtungsmoegllichkeit, hatten sie mich zum Strand geschickt. Das war der grasse Gegensatz zum Tags zuvor. Am endlosen Sandstrand war kein Schwein, nur Hunde, genauso in der Hotelanlage gerade auf der anderen Seite der Strasse. Absolut keine Touristen. Oh, wie habe ich diese absolute Ruhe genossen.
Richtig gut gelaunt, bin ich am naechsten Tag bei Sonnenaufgang weiter gefahren.


Auf wunderbaren kleine Seitenstrassen ging es nach Champhon, auch so eine Stadt, wo Touristen nur kurz “zwischenlanden”, um am naechsten Tag auf irgendeine der Inseln zu gehen. Deswegen ist es auch gar kein Problem, ein guenstiges Zimmer zu finden.
Nach dieser Stadt macht der “Highway 4” eine Kurve nach Westen und mutiert dabei zu einem kleinen Landstraesschen, das sich durch die Berge windet. Die wunderschoene Landschaft, es gab auch kaum Verkehr. Das war mal wieder eine Herausforderung. Richtige Hoehenmeter waren zu ueberwinden und das bei einer Hitze von ueber 40 Grad. Der stetige NO Wind wurde durch die Berge umgelenkt und war nicht gerade eine Unterstuetzung.
Auf der anderen Seite der Halbinsel kommt man am Isthmus von Kra heraus, das ist auch die Grenze zu Myanmar, also wieder eine Kurve und gen Sueden.


Nicht, dass es jetzt ebener geworden waere, im Gegenteil, es wurde immer bergiger bis Ranong.
Obwohl es seither in Thailand sehr gut gelaufen ist und ich innerhalb 14 Tage es bis Malaysia haette schaffen koennen, habe ich mich doch entschlossen, den “Visa-run” nach Myanmar zu machen, um nochmals 14 Tage zu bekommen und auch mal ausruhen zu koennen.
Das lief folgender massen ab: um 8:30 oeffnete das Thailaendische Immigration office, direkt am Hafen. Dort bekam ich einen Stempel, stieg mit 2 anderen “Visa-runners” zu jemandem in sein Langboot, der uns rueber nach Myanmar brachte.
Dort angekommen, gingen wir ins Buero von Myanmar, bekamen wieder Stempel und mussten 10 USD abgeben.
Danach gings wieder zurueck, wieder in das Thai Buero, wieder Stempel und wieder 14 Tage Aufenthaltsgenehmigung. Wer weiss, fuer was die neue 14 Tagesregelung gut sein soll. Natuerlich, Myanmar freut sich, taeglich kommen hunderte von Touristen, geben 10$ ab und verschwinden wieder. Auch die Bootsbesitzer freuen sich, die kassieren auch ganz schoen ab. Nur Thailand, die die Regelung aufgestellt hat, bekommt nichts, hat nur den Aerger und die Arbeit. Langzeitaufenthalter lassen sich davon auch nicht abhalten.
Auf jeden Fall bekam ich nochmals 14 Tage und habe dann beschlossen, da die Prozedur den ganzen Vormittag gedauert hatte, nochmals eine Nacht in Ranong zu bleiben.
Der naechste Tag fing dann gleich mit einem Sturz an. Irgendwie wirkte sich die Erdanziehungskraft dieser Tage immens auf mich aus. Zuerst fiel ich die Treppe herunter, zum Glueck nur die letzten 4-5 Stufen, dann wollte ich mit dem Fahrrad uber einen begruenten Mittelstreifen, blieb mit dem Pedal haengen und merkte nicht, dass dabei die Kette runter ist. Als ich dann auf der anderen Seite lostretenn wollte, lag ich zuerst mal mitten auf der Strasse. Zum Glueck war es noch frueh morgens und kaum Verkehr. Das erste Auto hat aber gleich gehalten, eine Frau stieg aus und hat gleich meine blutenden Wunde (wieder einmal der Ellenbogen, aber diesmal der linke) mit Jod versorgt. Einfach nett, die Thailaender. So gut ging es meinen Wunden noch nie.
Danach ging es wieder prima weiter, die Huegel waren gnaedig mit mir, mit ein paar Ausnahmen. Die Landschaft durch den Urwald war einfach wunderbar, die schoenste Strecke seit dem Norden.
Natuerlich, wie auf jeder schoenen Strecke, war ich auch hier nicht alleine. Zuerst kam mir ein Schweizer, dann ein deutsch/schweizer Paearchen mir entgegen. Die zwei hatten fast die gleichen Raeder wie ich, gleich Schaltung, gleiche Bremsen, gleicher Rahmen, gleiche Reifen. Da das schon fast eine eigene Philosophie ist, zeige mir dein Fahrrad und ich sage dir wer du bist, fuehlten wir uns gleich sehr verbunden. Sie sind auf Bali gestartet und wollen innerhalb von 2 Jahren nach Japan. Leider trifft man solche Leute meistens auf der Strasse in die andere Richtung. Waere nett gewesen, mit denen einen Abend zu verbringen. So haben wir halt ganz schoen lange mitten auf der Strasse uns unterhalten, Landkarten und URLs ausgetauscht (www.perrad.ch).
Weiter gings ueber die bedschungelte Berge, einfach wunderschoen, ich kann es gar nicht oft genug schreiben.
Das Meer habe ich auf dieser Seite noch nicht gesehen, aber ueberall gab es Tsunamie Rescue Shelters und Evacuation Routes.


Die Auswirkungen vom Tsunami kamen nicht bis soweit in den Norden, ungefaehr 100 km weiter suedlich hat es angefangen, bei Khao Lak. Heute ist das ein Dorf, durch das ich recht schnell durchradelte. Die Strasse war gesaeumt von Hotels, Pubs und Restaurants. Von den Zerstoerungen habe ich, 4 Jahre spaeter, nichts mehr gesehen.
Weiter gings durch dichten Dschungel ueber einige Huegel.

Da die Uebernachtungsmoeglichkeiten recht teuer wurden und weil ich einfach dazu Lust hatte, habe ich wieder angefangen zu zelten. Aber nicht wild, das ist in einem Land, wo fast alles Privatbesitz ist, kaum moeglich. Besitzer von Bungalow anlagen haben mir netter Weise ein Plaetzchen zur Verfuegung gestellt, mit Dusche und WC Benutzung. Auch nicht schlecht.
Bis nach Phuket war es nicht mehr weit, wenigstens nicht bis zur Insel. Der Verkehr vermehrte sich wieder erheblich. Ueber eine Bruecke gings dann endlich rueber.


Immer diese Ungeduld, wenn ich mich einer Einladung naehere, muede bin ausruhen moechte und mal wieder das Beduerfnis nach richtiger Kommunikation habe.
Am Abend vorher hat Stefanie noch angerufen und mir den Weg zu ihrem Haus erklaert. Zum Glueck konnte ich Phuket Stadt umfahren. Als ich wegen der Hitze nochmals kurz einen “Trinkstopp” einlegen musste, sah ich am Haus neben an ein Zeichen, bei dem ich dachte, das kenne ich doch. Es war der deutsche Bundesadler. Welch heimatliche Gefuehle. Zufaellig war ich gerade neben dem deutschen Honorarkonsulat.
In Chalong bin ich gleich herzlich mit leckeren europaeische Koestlichkeiten empfangen worden: richtiges Brot, Camembert, Schinken. Wie lange hatte ich das schon nicht mehr.
Dann lagen da wieder einmal zwei Paeckchen fuer mich, endlich neu Radlerhosen, die alten haben jetzt nach 15 000 km ausgedient


Die Gegend wurde immer moslemischer. Wenn immer mehr Frauen verschleiert herum laufen, wollte ich wenigstens kniebedeckt weiterfahren.
Neben der Hose und dem Langarmradlertrikot war noch Unmenge von Schokolade darin, damit die Hose auch wieder passt. (Vielen Dank an meine Schwester).
Im anderen Paeckchen war neben prima Landkarten ein wundervolles Buch, “Die Eleganz des Igels” (vielen Dank an Familie Grienenberger).
Als ob das nicht schon Gutes genug gewesen waere, gab es am Abend noch bestes, deutsches Essen, Schweinebraten mit Kartoffelknoedel. Dazu Wein. Endlich hatte ich mit Stefanie und ihrem anderen Gast die Gelegenheit auf all die Ereignisse der vergangenen Tage anzustossen: Weihnachten, Neujahr und meine ersten 25 000 km. Klar, dass da ganz schoen viel Wein floss und ich froh war, am naechsten Tag nich viel tun zu muessen. Endlich mal wieder einen Kater, das ist fast so schoen wie Muskelkater, Erinnerungen an schoene Stunden am Tag zuvor. Den ganzen Tag bin ich praktisch nur rumgehangen, nach 25 000km darf das auch mal sein. Dann habe ich mich doch noch zum Strand aufraffen koennen. Abseits von all den Liegestuehlen, die zur Haelfte belegt waren, fand ich ein nettes schattiges Plaetzchen.


Mit diesem tollen Buch und dem klaren Wasser zum Schwimmen, halte auch ich es ein paar Stunden am Strand aus.
Zum Abendessen gab es Wiener Schnitzel, fragt sich noch jemand, ob ich etwas aus Deutschland vermisse?
So habe ich 2 wundervolle Urlaubstage auf Phuket verbracht.
Wohlgenaehrt und voellig ausgeruht, ging es dann weiter, Richtung Malaysien. Kurz vor Phang Nga passierte dann das lang Vorhergesehene: ich hatte einen Platten, natuerlich wie immer im Hinterreifen. Zuerst versuchte ich, mit wenig Erfolg, den Reifen aufzupumpen. Ein paar 100m weiter sah ich eine Tankstelle. Da kann man den Schaden sicher leichter beheben, dachte ich und schob los. Nach keine 10 m hat ein Kleinlaster gehalten und mit bis nach Phang Nga mitgenommen, wo er mich direkt vor einer Reparaturwerkstatt herausgelassen hat. Mir war klar, da ist nicht mehr viel zu reparieren. Der Reifen poroes und von innen durchgescheuert und der Schlauch schon mit einigen Flicken versehen. Da kam endlich mein Ersatzmaterial, das ich seit Russland mit mir rumschleppe, zum Einsatz.
Um Phang Nga und Richtung Krabi gab es wieder Kalksteinfelsen, von denen mir andere Reisende vorgeschwaermt haben. Das ist der Nachteil, wenn man so lange und weit reist. Manche Sachen sind einfach nicht besonderes mehr. Kalksteinfelsen habe ich schon bessere und schoenere gesehen, z.B. in Suedchina am Li Fluss oder natuerlich in Vietnam, Halong Bay. Ich breche jetzt nicht mehr so in Begeisterung aus, wie Touristen, die gerade hier angekommen sind. Dafuer konnte man mich mit Kartoffelknoedel und Wienerschnitzel begluecken, das hatte ich schon lange nicht mehr gesehen.
Ich habe es mir auch nicht nehmen lassen vor Krabi die Straende Nogparat Thara und AoNang anzuschauen. Der Weg dorthin war sehr schoen, dichte Palmenwaelder vor den Felsen.
Da habe ich Andred getroffen, ein Radfahrer aus Montreal. Von ihm bekam ich gleich seine Adresse und Einladung, wenn ich in ca 2 Jahren dort vorbei kommen. Aber wie immer kam er mir entgegen und in die entgegengesetzte Richtungen fuhren wir weiter.
Manche Orte sollte man schonn allein deswegen besuchen, weil es so gut tut, wenn man sie wieder verlassen kann. Mit dem Fahrrad geht es ja recht schnell. Allein die Tatsache, dass man da nicht bleiben muss, macht einen zum gluecklichsten Menschen der Welt. AoNang ist so einer. Keine Frage, die Landschaft, das Meer, die Felsen sind sehr schoen,

Nur haben das mal wieder vor mir millionen andere entdeckt. Entlang der Strasse reihen sich Filialen aller Fast-Food-Ketten, Pubs, Hotels, Designer – und Souveniershops. Dazwischen draengen sich Touristen im Brathaehnchen-Outfit.
Mit dem letzten Sonnenstrahl habe ich den Stadtrand von Krabi erreicht. Nur waren es von dort bis in die Innenstadt noch ein paar Kilometer. Da es im Dunkeln nicht so schnell geht, waren alle, fuer mich guenstige, Zimmer voll. Ich fand dann gerade noch eins, das ich vor meinem finanziellen Gewissen verkraften konnte. Das war wenigstens leise und sauber. Mein Kommentar zu asiatischen Billighotels:
Maeuse, Ratten,
Kakerlaken,
im Gesicht,
brauch ich nicht.
Nur noch 2 ½ Tage bis zur Grenze. Der erste bis Trang war relativ unspektakulaer. Keine interessanten Begegnungen und keine tiefgehenden Gedanken. Nur fahren, durch relativ schoene Landschaft mit relativ wenig Verkehr.
Als ich am naechsten morgen in Trang startete, sind mir gleich ein paar Sonntagsradler begegnet. An den Radtrikots und den Raedern konnte man sie leicht erkennen. So wusste ich, welcher Wochentag es ist. Einer hat mich zur Stadt hinaus begleitet.
Die Strecke war wunderbar, zuerst durch Kautschukwaelder,

dann zwischen Bergen, an Felsen entlang. Die Strasse wurde immer kleiner, am Schluss ist mir sogar mein Seitenstreifen abhanden gekommen. Immer, wenn man sich einer groesseren Stadt naeherte, wurde die Strasse wieder breiter

Ansonsten kaum Ortschaften, nur Landschaften.
Gleich nach der Abzweigung nach Satun, ging ein kleines Straesschen zum Thalae Bang Nationalpark. Dort oben befindet sich ein kleiner Grenzuebergang. Wunderschoen ruhig war es, obwohl vorher auch nicht viel los war. Ca 28 km sanft ansteigend, immer mehr im Dschungel kam ich schliesslich zur Grenze. Bis zum Schluss hatte ich meine Zweifel, ob sie mich da hinueber lassen, ob der Grenzuebergang ueberhaupt fuer Touristen offen ist. Aber mal wieder war das gar kein Problem. Es waren ausser mir noch ein paar andere Touristen da, die wahrscheinlich nur fuer ein neues Thailand Visum kurz nach Malaysia sind. Es machte nicht den Eindruck als wollten sie weiter, eher umdrehen.
So wie es in Thailand aufgehoert hat, ging es auf Malayische Seite weiter, Verkaufstaende links und rechts der Strasse.


Am 19. Januar habe ich das Gebiet Vietnam, Kambodscha, Laos, Thailand nach 4 ½ Monate wieder verlassen. Da meine Route wahrscheinlich fuer, die sie verfolgen wollten, ganz schoen verwirrend war, habe ich sie auf eine Karte eingezeichnet.
Jetzt bin ich mal gespannt, wie es in der mehr moslemischen Gegend wird.

Dienstag, 30. Dezember 2008

Die Grosse Ueberraschung, der Norden Thailands

Mein erster Besuch in Thailand. Alles, was ich bisher ueber dieses Land gehoert hatte war Strand, Tsunami und natuerlich Sextourismus. Aber zuerst einmal wurde ich mit einem ganz anderen Thailand ueberrascht.

Der Grenzubergang Huay Xay , Laos - Chiang Kong, Thailand, verlief absolut unproblematisch.


Nachdem ich mit dem Boot angekommen bin, bekam ich gleich den Stempel fuer ein 30Tagesvisum in Pass.
Danach fuhr ich zuerst mal in die Stadt, habe ich mich gewundert, warum alle auf der falschen Seite fahren, bis ich merkte, ich bin auf den falschen Seite. In Thailand ist Linksverkehr.
Nachdem ich mich mit Wasser, Suesses und Thailaendisches Geld eingedeckt hatte, gings endlich wieder mit dem Fahrrad los.
Gleich wurde ich mit dem konfrontiert, was mir schon propheziet wurde, absolut steile Strassen. Die Thais scheinen wirklich die Strassen senkrecht zu den Hoehenlinien zu bauen, 12-14 % Steigung ueber mehrere Kilometer.
Die Gegend da oben Wo sich Thailand, Laos, China und Myanmar treffen, nennt man das „Goldene Dreieck“ sehr beruehmt duurch den Opium Schmuggel. Heute eine Touristenattraktion.

Sop Ruak, ist ein einziger Jahrmarkt, nicht nur das Dreieck ist golden, sondern auch die Buddhas, Elefanten... nix wie weg. Hier hiess es auch entgueltig vom Mekong nach 2 ½ Monaten Abschied zu nehmen.
Es waren noch ca 40 km bis zur naechsten Stadt, zum Glueck nur noch ein Berg. Vorbei ging es an verschiedenen „Resorts“, schoen angelegte Anlagen, sah alles sehr teuer aus. Eigentlich haette es mir reichen koennen, vor Dunkelheit in Mae Soi anzukommen, wenn da nicht Tricia gewesen waere. Die erste allein reisende Frau auf dem Fahrrad, kam mir entgegen, kann man ja nicht einfach so vorbei ziehen lassen. Sie ist Australierin, war zuerst in Schweden, bekam keine Verlaengerung fuer ihr EUVisum, war dan in Kroatien und flog dann nach Suedostasien. 6 Monate war sie bisher unterwegs, wollte aber bald wieder heim. Da langsam die Sonne unterging, war der Erfahrungsaustausch relativ kurz. Hauptsache noch e-mail Adressen ausgetauscht.
Bei wirklich goldenem Sonnenuntergang hinter den Bergen ging es dann sehr schnell nach Mae Sai. Im Dunkeln habe ich noch ein Guesthouse gefunden und einmal den Nachmarkt rauf und runter und ich war auch satt.
Mae Sai liegt ganz im Norden und hat eine Grenzuebergang zu Myanmar. Dieses Land war nie auf meiner Liste, da soweit ich informiert war, man in das Land nur fliegen konnte, was fuer mich nicht in Frage kam. Darum war ich recht erstaunt, dass die Grenze offen war. Wie ich dann spaeter erfahren habe, kann man da auch nicht so einfach von Ort zu Ort radeln. Auch wenn es ein sehr schoenes Land sein soll, alle politischen Informationen, die ich darueber gehoert hatte, haben mich nicht dazu ermuntert hinzugehen.
Eine wahre Prachtstrasse fuehrt auf thailaendischer Seite zum Checkpoint, als ob die Thais den Burmesen zeigen wollten, schaut mal wie gut es uns geht. Genau so wie wenn man von der Mongolei nach China kommt. Nach ein paar Kilometern ist es vorbei mit der Herrlichkeit und das wahre Elend kommt zum Vorschein.
Nachdem ich den Vorteil, wieder in einem „westlichen“ Land zu sein, genossen hatte und in einem riesigen Supermarkt eingekauft hatte, fuhr ich nach Westen in die Berge

Hier gab es ein Wasserfall an dem anderen (wenigstens die Wegweisser dahin), dazwischen heisse Quellen und fast alle hatten sein Resort drum rum. Sehr touristisch alles, aber nichts los. Wie sollen auch die Touristen herkommen, wenn der Flughafen in Bangkok und Chiang Mai geschlossen sind. Kann ja nicht jeder Fahrrad fahren.
Die Steigungen waren hier sehr moderat, konnte alles fahren, wenn es sein musste in Schlangenlinien, auf den leeren Strassen kein Problem.
Auf einer Bergkuppe waren Touristenstaende aufgebaut. Eigentlich wollte ich nur kurz halten und schauen, aber gleich wurde ich von 2 alten Frauen in der Tracht der Bergvoelker richtig gehend ueberfallen. Taschen, Armbaender etc wollten sie mir andrehen, haben mein ganzes Fahrrad damit vollgehaengt, ich habe sie kaum mehr los bekommen.
Als ich auf der anderen Seite den Berg wieder unten gewesen bin, war ich praktisch wieder an der Grenze zu Myanmar, in einem Staedtchen names Thaton. Touristen starten von hier Bootstouren nach Osten und Sueden. Ich brauch das nach 2 Tagen Mekong nicht mehr. Morgens im Nebel bin ich noch ein paar Kilometer nach Sueden, bis die Strasse wieder so gross wurde und fuhr dann wieder Richtung Osten.
Da man hier kein gutes Kartenmaterial bekommt, muss man sehr flexibel sein. Strassen, die ich fahren wollte, existierten nicht, Strassen, die ich fuhr, waren nicht eingezeichnet. Auch irgendwelche Schattierungen die auf einen Berg hinweisen koennten, waren nicht vorhanden. So wird man immer wieder ueberrascht. Selten, aber doch so, dass man es gut ertragen konnte kamen Essensstaende. Auch am Abend fand man etwas zum Schlafen, deswegen war es nicht so tragisch.
Irgendwann kam ich dann in Chiang Mai an, die groesste Stadt da oben im Norden, mit unzaehligen Tempel. Da es von Touristen als Ausgangspunkt fuer Touren im Norden ist, gibt es auch sehr viele Guesthaeuser, Restaurants etc. Wenn man von Luang Prabang kommt, braucht man hier nicht auch nochmals Tempel sehen. Obwohl, es gibt ein paar seltenere Exemplare aus Holz mit schoenen Schnitzereien.
Die eigentliche Attraktion ist der Nachtmarkt. Frueher stoppten hier die Yunnanesen auf ihrer Handelsroute von China nach Myanmar. Heute wird der Markt von grossen Konsumtempeln eingesaeumt. Die wohlbekannten Fast-Food Ketten fehlen auch nicht. Frauen in der Tracht der Bergvoelker versuchen einem Souveniers anzudrehen.
Eigentlich nicht das, was man unbedingt braucht.
Gerade als ich in Chiang Mai war, war Koenigs Geburtstag. Im ganzen Land fanden Veranstaltungen statt. Auf der Herfahrt konnte ich einige Proben sehen. In der Stadt wurde alles schon Tage vorher schoen hergerichtet.

Morgens schon vor 6 Uhr wurde ich von buddhistischem Gesang geweckt. Wahrscheinlich alle Moenche der Region haben sich gerade auf der anderen Strassenseite von meinem Guesthouse versammelt. Zum Spenden geben haben sich viele Buerger eingesammelt. Plastiktueten voll von Lebensmittel haben sie hergeschleppt. Die Moenche haben sich aufgereiht und nahmen alles entgegen.
Es wurden Voegel in kleinen Kaefigen verkauft. Mich wunderte, was das denn soll. Ein kleiner Junge durfte ein Kaefig mit 2 Voegeln kaufen. Dann war's mir klar. Wenn man sie frei laesst bringt das nicht nur den Voegeln sondern auch dem Befreier Glueck.
Wegen Koenigs Geburtstag war einiges geschlossen, wie Post und Museen, einige Punkte meiner Liste blieben unerledigt.
In Thailand gibt es zwei verschiedene Arten von Internet Cafes. Eines fuer Touristen, langsam und teuer und die andere fuer Kids zum Spielen, sehr billig, sehr schnell mit sehr bequemen Sesseln, entweder quitschgruen oder grellgelb. Die letzteren sind ausserhalb des Stadtzentrums. Meine Blicke dafuer sind inzwischen so geschaerft, dass ich sie fast ueberall finde. So fand ich mich mal wieder zwischen lauter maennlichen Jugendlichen wieder, die alle ausnahmslos spielten. Das stoerte mich weiter nicht, ich zog den Kopfhoerer auf, hoerte Radio und schrieb meine e-mails.
Abends gab es dann nochmals Tanz fuer den Koenig mit schoener Beleuchtung und Feuerwerk

Fuer die Strecke zwischen Chiang Mai und Bangkok nehmen die meisten Radfahrer den Zug, es gibt hauptsaechlich grosse Strassen mit viel Verkehr. Ich hatte mal wieder Glueck, fand ein kleines Straesschen ohne Verkehr, fuer Lastwagen gesperrt. War natuerlich nicht auf meiner Karte eingezeichnet.
Je suedlicher man kommt, desto niedriger und seltener werden die Berge. Nur ein Huegel war zu erklimmen.
Kurz vor Lampang gab es ein „ Elephant Conservation Center“. Da es gerade mittag war, Zeit fuer eine Pause, dachte ich, das ist eine nette Abwechslung. Hier werden Elefanten fuer den Arbeitseinsatz im Wald trainiert und gepflegt. Alles war voll von Schulkinder, schon verwunderlich, es war Samstag. Bevor ich mir die Show angeschaut habe, bin ich zum Elefantenkrankenhaus. Es war schrecklich die alten Elefanten mit ausgerenkten Schulterblaetter und gebrochenen, krummen Beinenn zu sehe.

Daran sieht man, wie hart die Elefanten wirklich arbeiten muessen. Es ist nicht alles nur Spielerei wie in der Show dargestellt wurde.
Diese war eigentlich recht gut aufgebaut. Zuerst sah man Elefanten, wie sie Baumstaemme aus dem Wald ziehen und aufeinander schichten. Der zweite Teil war mehr Touristenattraktion. Da liesen sie dann die Elefanten Musik machen, auf Trommeln und Xylophonen, und malen. Wie sie das machen, frage ich mich, denn Elefanten sind fast blind.
Die Stadt Lampang war voll von Autoschlangen. Keine gute Zeit, um ein Zimmer zu suchen. Lauter verstopfte einbahnstrassige Gaesschen. Gerade als ich dachte, ich sollte mal langsam in den Hotels nach den Preisen fragen, sah ich drei bepackte Raeder vor einer Bar stehen. Gleich bin ich rein und fragte, ob sie schon eine Unterkunft haetten. Die drei junge Polen lachten nur los und meinten, alles sei absolut ausgebucht. Ein Einheimischer hatte ihnen gerade noch ein Zimmer gefunden. Die Frau meinte dann, wenn ich nichs mehr finde, kann ich auch bei ihnen mit uebernachten. Gleich bin ich losgezogen. Entweder war schon ein grosses Schild „Full“ angebracht oder man rief es mir schon entgegen. Einheimische, die mir helfen wollten, gaben auch bald auf. Am naechsten Tag fand hier ein riesiger Schuelerwettbewerb im Trommeln statt. Schueler, Lehrer, Eltern belegten jedes Bett in der Stadt. Also bin ich zurueck zu den Polen und zu viert bezogen wir ein 2 Bett Zimmer. Da ich ja Isomatte und Schlafsack dabei hatte, kein weiteres Problem.
Zusammen sind wir dann hier auf den Nachtmarkt. Nicht nur der Markt, sondern die ganze Stadt hat mir viel besser als Chiang Mai gefallen. Es wurden wesentlich originellere Sachen angeboten. Eine art Subartkultur floriert hier. In der Stadt gibt es noch die alten Holzhaeuser, die in Chiang Mai schon lange abgerissen wurden.
Es war recht nett mit den 3 sehr netten Polen. Am naechsten Tag machte ich mich frueh auf, die anderen drei blieben liegen, wollten hier bleiben und zu dem Festival gehen.
Da die Drei von Bangkok gekommen sind, konnten sie mir nuetzliche Tipps bezueglich Uebernachtungen und Strassen geben.
Man merkt richtig, dass hier wenig Touristen unterwegs sind, ich bin wieder einmal die Attraktioin. Aber mit netten Auswirkungen. Ein Auto hielt an und schenkte mir eine Flasche Wasser, das ist mir seit China nicht mehr passiert. Bei den Leuten, wo ich meine Nudelsuppe gegessen habe, bekam ich eine ganzen Strung von Bananen.
Dank den Polen wusste ich, dass gerade zur richtigen Zeit mein erster offizieller Campingplatz kommt. Das Resort ist ganz neu und hatte eigentlich noch nicht offen, aber die Frau war sehr freundlich und liess mich in der wunderschoenen Umgebung mein Zelt aufschlagen. Zuerst bekam ich ein Empfangsbier, dann noch etwas zum Essen und ein Fussbad mit Wasser aus Mineralquellen. Es tut gut sich ab und zu so verwoehnen lassen.
Vor Bangkok kamen noch ein paar interessante Staedte. Nachdem ich von den letzten „tollen“ Staedten entaeuscht gewesen bin, waren diese eine besondere Ueberraschung.
Zuerst Sukhothai, die Hauptstadt des ersten thailaendischen Koenigreichs, mal wieder ein Weltkulturerbe, aber das hatte ich ja jetzt schon oefters und es war mir nicht immer verstaendlich.
Zum Glueck kam ich schon frueh am Nachmittag da. Ich hatte naemlich keinen extra Tag eingepant, wusste ja nicht, was mich erwartet. Verschiedene Tempel des 13. Jh sind von einem wunderschoenen Park umgeben.
Am naechsten Tag ging es weiter nach Kamphaeng Phet, wo mich fast das gleiche erwartete. Historisch gehoeren Sukhothai und Kamphaeng Phet zusammen. Sukhothai ist aber bis in die heutige Zeit bedeutendter, darum auch feudaler angelegt. Kamphaeng Phet ist verwildeter.

In dem riesigen Park kann man wunderbar Fahrrad fahren und die Ruinen bewundern. Es ist erstaunlich, dass man auf den Stufen der Tempeln rauf und runter steigen darf. Man sieht, es kommen noch nicht viele Touristen hierher. Bei jedem Schritt proeckelt etwas ab und bald ist nichts mehr von den Tempeln uebrig.
Dank der Ebene und des leichten Rueckenwindes, kam ich recht schnell vorwaerts, aber nicht so schnell, dass ich mit dem amerikanischen Paerchen auf dem Tandem mithalten konnte. Da sie auch nur ein paar Wochen in Thailand unterwegs waren, hatte sich ihr Gepaeck auf 2 Satteltaschen beschraenkt. Wie meistens bei Tandems sass der Mann vorne und hat gestrampelt, die Frau hinten hat mich gut unterhalten. Ich strampelte nebenher und wollte ja auch ab und zu etwas sagen. Nach ca 10 km gab ich auf und lies sie ziehen.
Eines meiner Leibspeisen ist Reis mit Kokos, Zuckerrohr und Bohnen. Die Pampe wird in ein Bambusrohr gesteckt und auf dem offenen Feuer gegart. Danach wird die Bambusstange abgehobelt, damit mit man wenn man an den Inhalt kommen will, einfach den Bambus abschaelen kann.
Nach dem Rennen mit dem Tandem, das mich ganz schoen Energie gekostet hat, sah ich ein paar Frauen am Wegesrand sitzen und diese Delikatesse zuzubereiten.
Sofort habe ich gehalten und wollte eigentlich eine Stange kaufen. Ging nicht, sie wollten sie mir unbedingt schenken. Die Haltbarkeit dieser Koestlichkeit in meinen Haenden ist recht gering. Wahrscheinlich habe ich deswegen auch einen recht hungrigen Eindruck gemacht, deswegenn bekam ich gleich noch eine fuer den Weg.
Im Gegensatz zu Laos, hier merkt man schon hunderte Kilometer vor der Hauptstadt, wie der Verkehr zunimmt. So viel Verkehr war ich einfach nicht mehr gewohnt und nichts fuer meine Nerven. Dann lieber doch einen Umweg auf kleineren Strassen. Das hat sich dann auch wirklich gelohnt. Kein Verkehr und gute Verpflegung. Entlang einer Strasse wurden Unmengen von Wassermelonen zu Pyramiden aufgeschichtet. Wieder einmal habe ich angehalten und wollte eine kaufen. Wie tags zuvor bekam ich sie geschenkt und da ich sie wieder recht schnell weggeputzt habe, bekam ich eine der groesseren geschenkt.
Diese Kilos habe ich doch gerne zusaetzlich mit mir herumgeschleppt.
Wegen den Umwegen auf den kleineren Strassen, habe ich es nicht mehr zu der naechsten historischen Stadt geschaft. Da es dort nichts fuer mich zum Uebernachten gab, hat man mich zu der Tempelanlage gebracht. Schon frueher habe ich gehoert, dass man dort campen kann, habe es aber bisher unterlassen, da ich es nur als Notloesung sah.

Da ich von Thais hierher gebracht worden bin, die mit dem Moench sprechen konnte, der gleich zugestimmt hat, war es OK fuer mich.
Hier war ich nicht die erste, die ihr Zelt aufgeschalgen hatte. Es standen schon ca 4 Zelte oder einfach Moskitonetze da. Einige Thais mit ihren riesigen Pickups haben sich es hier schon gemuetlich gemacht. Leider habe ich sie nicht fragen koennen, warum sie hier uebernachten. Irgendwie haben sie mich an die neuen Obdachlosen in USA erinnert, die ihr Haus verloren haben und nun mit ihren riesigen Autos auf Parkplaetzen schlafen. Wahrscheinlich waren diese hier Haendler. Ausser meinem Vorrat an Instantnudels hatte ich nichts mehr zum Essen und fuer meinen Kocher hatte ich kein Brennstoff. Kein Problem, die Thais haben mir schnell Wasser gekocht. Dafuer habe ich meine Melone mit ihnen geteilt. Mit Handzeichen und rudimentaerem Englisch konnte wenigstens die Basiskommunikation stattfinden. Das wichtigste ist immer noch, ob ich alleine reise, ob ich verheiratet bin und ob ich Kinder habe.
Das dauerte aber nicht lange, da ich recht fertig war. Mit dem Gesang der Moenche bin ich bald eingeschlafen, aber auch wieder frueh, viel zu frueh, ungefaehr um 4:30 wieder aufgewacht. Zum Glueck waren meine Oropax gleich griffbereit, eine Stunde spaeter ist immer noch frueh genug.
Lop Buri, die naechste historische Stadt, war nicht mehr weit. Hier gibt es nur in paar Tempelruinen in der Stadt. Dafuer rasen Affen ueberall herum.
Die letzte Stadt vor Bangkok war Ayutthaya, auch Weltkulturerbe, wirklich lohnenswert anszuschauen. Auf dem Weg dorthin waren grosse Strassen kaum mehr zu vermeiden.
Die Strassen haben hier breite Seitenstreifen und die thailaendische Autofahrer sind weitaus besser als die der anderen Laender, darum ist die Ueberlebenschance relativ gross.
Die Stadt, auch ehemalige Hauptstadt Thailands, liegt praktisch auf einer Insel, umschlossen von drei Fluessen. Aus zeitlichen und preislichen Gruenden habe ich mir hier nur eine Tempelanlage angeschaut, Wat Phra Mahathat. Hier gibt es den von Wurzeln umrankten Buddhakopf.

Fuer eine grosse Schau, leider nur auf Thai, wurde Buehne, Lichtanlagen und Feuerwerk aufgebaut. Die Lichteffekte und Feuerwerk ueber den Ruinen konnte ich spaeter noch von aussen geniessen.
Eine Radfahrerin aus Bangkok, mit der ich Kontakt aufgenommen hatte, schickte mir eine recht detailierte Wegbeschreibung, wie ich am Besten nach Bangkok komme. Der erste Teil war auch noch sehr schoen, auf kleinen Strassen entlang von kleinen Kanaelen. Da Sonntag war, waren auch viele Rennradler aus Bangkok unterwegs, die mir dann noch vor Ort die besten Wege sagen konnte. Ungefaehr 30km vor der Hauptstadt war es dann vorbei mit der Herrlichkeit. Bis zur Stadt gab es nur noch 6 spurige Autobahnen, auf denen man aber auch Fahrradfahren darf.
Das richtige Chaos begann aber in Bangkok. Vierspurige Strassen, mit einem unueberwindbaren Mittelstreifen. Fuer Fussgaenger gab es Bruecken, unueberwindbar fuer mich mit dem beladenen Fahrrad. Wenn ich in der falschen Richtung oder rechts abbiegen musste, musste ich zuerst kilometer weit bis zum naechsten U-turn fahren. Recht nervig. Irgendwann war ich endlich auf der Strasse die mich gerade wegs zu meiner Herberge hier brachte, nicht weit von der Haupttouristenmeile Kaosan. Das hier ist schon ein ganz anderes Pflaster, das entspricht eher dem, was man von Thailand hoert. Eine Bar an der anderen.
Da ich mal wieder wegen einem Paeckchen laenger hier bleiben musste, als geplant, wollte ich die Zeit nutzen und Visas fuer meine weitere Reise besorgen. Nicht ganz erfreulich das ganze. Die Visapolitik der verschiedenen Laender entzieht sich meiner Logik. Es scheint, sie haben etwas gegen Reisende. Fuer Indonesien bekommt man ein 2 Monatsvisum, wenn man mit dem Flugzeug einreist. Kommt man mit dem Boot hat man nur 1 Monat zur Verfuegun, was man auch nicht verlaengern kann. Aehnliches macht jetzt auch Thailand. An der Grenze bekommt man nur noch 14 Tage, am Flughafen 30 Tage.
In der australischen Botschaft wollte ich nur ein paar Informationen. Hier hat man mir wenigstens Hoffnung gemacht, dass es nicht aussichtslos ist, ein Jahresvisum fuer diesen Kontinent zu bekommen.
Das laestigste an dem Kambodscha Visum war die Fahrt zur Botschaft. Diese wurde von der Innenstadt 14 km ausserhalb verlegt Auf dem Weg dorthin hatte ich meinen ersten Unfall. Ein grosser, schwarzer Volvo hat mich ueberholt und ist dann vor mir links abgebogen (Linksverkehr). Ausser ein paar blauen Flecken und einem blutigen Ellbogen hat es mir nichts gemacht, aber ich hoffe sein Auto hat einen schoenen langen Kratzer. Sein Kommentar:”I am sorry, but accidents happen every day”. Idiot. Er fragte mich, ob er mich irgendwo hin bringen kann, ich meinte nur, er solle mir aus den Augen gehen, junger Schnoesel mit pomadisiertem Haar. Die Polizei stand nur daneben, hat sich nicht gross dafuer interessiert.
Zum Glueck bekam ich innerhalb von 20 Min das Visum, so musste ich den Weg nur einmal zurueck legen.
Es gibt eigentlich wenig Firmen, fuer die ich Werbung machen wollte, aber eine von der ich absolut ueberzeugt bin ist Ortlieb. Nachdem mein Kabel fuer die Halterung der Lenkradtasche gerissen ist, haette ich gleich ein Ersatz zugeschickt bekommen. Ich wollte aber lieber weiter und es in Bangkok abholen. So habe ich mich hier mit dem Ortlieb Haendler fuer Thailand getroffen. Nicht nur das Kabel habe ich bekommen, sondern auch Adapter fuer die Halterung meiner Radtaschen.Ausserdem bekam ich noch von seinem Angebot 2 Paar wunderbare Fahrradsocken. Falls jemand nach Thailand kommt und noch etwas braucht, hier der link zu seiner Webseite
In der Zwischenzeit ist auch Jens, den ich in Luang Prabang getroffen hatte, in Bangkok eingetroffen. Mit ihm war ich am Abend verabredet. In Rekordzeit ist er durch Laos, Kambodscha und Thailand gerast. Nach 6 Monaten auf dem Fahrrad war auch fuer ihn in Bangkok Schluss.
Nachdem ich 2 Tage lang kreuz und quer durch Bangkok dueste, saemtliche Embassies und einige Konsumtempel besucht hatte, beschloss ich am dritten Tag mein Fahrrad stehen zu lassen und zu Fuss mal endlich die Sehenswuerdigkeiten der Stadt zu besuchen. Nach all den Tempels, erweckte nur noch der Palast mein Interesse. Der ist wirklich sehr beeindruckend. Sehr viel Gold und Smaragd, mit riesigen Statuen.

Dann konnte ich endlich diese Stadt verlassen, wirklich kein ideales Territorium fuer Radfahrer. Zuerst musste ich aber ganz in den Norden, wo ich 2 Paeckchen abholen konnte, die mir Freunde zugeschickt hatten. Endlich hatte ich z.B neue Bremsbloecke, auch Weihnachtsbroetchen und ein besseres Buch fehlten nicht. Noch vollbepackter als sonst machte ich mich auf den Weg Richtung Osten nach Kambodscha.

Ich wuensche allen Lesern und auch den Nichtlesern alles Gute fuer das Neue Jahr!

Bei dieser Gelegenheit moechte ich mich bei all denen bedanken, die mich sehr tatkraeftig unterstuetzen. Ohne sie waere die ganze Reise kaum machbar. Auf jedenfall muesste ich noch auf viel mehr von zu Hause verzichten. So hatte ich sogar Weihnachtslebkuchen an Heilig Abend. Vielen Dank fuer Alles.