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Montag, 5. Januar 2009

Vom Dschungel umschlungen – Angkor, Kambodscha

So viel war schon lange nicht mehr an einer Grenze los, wie zwischen Thailand und Kambodscha bei Poipet. Von Kambodscha kommen hunderte von Haendlern mit ihren Handkarren und holen Waren in Thailand. Zum Glueck wurde ich ueberall daran vorbei gewunken, so ging es recht flott durch. Leider habe ich hier auch bestaedigt bekommen, was ich schon von anderen Touristen gehoert hatte. Thailand hat seine Visa Regelung geaendert, wenn ich jetzt wieder einreise, bekomme ich nur noch ein 14 Tagesvisum. Nur wenn man nach Thailand fliegt bekommt man noch 30 Tage. Man koennte gerade meinen, die haetten etwas gegen Fahrradfahrer. Jeder, ob mit Bus oder Fahrrad, hat mir mit Grauen von der Strecke zwischen der Grenze und Siem Reap berichtet. Darum war ich ganz erstaunt, dass 4 km nach der Grenze der ganze Staub und Sand aufgehoert hat und feinster Teer kam. Das hielt aber nur ca 50 km bis zur ersten groesseren Stadt, Sisophon, an. Mit gemischten Gefuehlen kam ich in das Land zurueck, in dem ich mich beim ersten Besuch nicht sehr wohl gefuehlt hatte, ausser natuerlich meine Zeit in Kampong Cham. So sehr mir die “westliche” Welt in Thailand gefallen hat, so sehr freute ich mich jetzt wieder auf kleinen Strassen, zwischen Bananenstauden, winkenden Kindern und Strohhuetten fahren zu koennen. Was mir aber immer noch nicht gefaellt, sind die hupende Autos. In Thailand gibt es zwar viel mehr Verkehr, es ist aber wesentlich stressfreier. Zwischen Sisophon und Siem Reap kam die haerteste Strecke seit langem. Von den mehr als 100 km waren ca 75 ungeteert, nur Staub und Steine. Zum Glueck hatte ich einen aelteren Schweden mit Fahrrad getroffen, so hatte man wenigstens nebenher nette Unterhaltung. Sein deutscher Wortschatz hat sich an diesem Tag um einige Kraftausdruecke bereichert. 5 Stunden Fahrrad fahren in einer Staubwolke, mit staendig Sand in den Augen kann nicht gesund sein. In der Gobi war es aehnlich, aber da war kein Verkehr, hier rasten immer noch die Autos an einem vorbei. Ab und zu fuhr ein Wasserwagen entlang und bespritzte die Strasse. Bei Temperaturen um die 40 Grad hielt dies aber nicht lange an. Die letzten 20 km vor Siem Reap waren dann wieder vom Feinsten. Bald wird auch das letzte Zwischenstueck geteert sein, dann kann man ohne gesundheitliche oder moralische Bedenken die Strecke durchfahren, wie langweilig. Nach einer stundenlangen Dusche hatte ich meine Poren und Ohren vom Staub befreit. Die Stadt hat mir auf Anhieb recht gut gefallen. Es gibt schoene alte Haeuser im franzoesischen Stil und schoene Maerkte. Hier konnte man, wie ich es auch vor hatte, einige Zeit aushalten, sogar laenger als geplant, da ich mal wieder viel zu schnell war und Weihnachten hier sein will. Darum habe ich am ersten Tag noch keine touristischen Aktivitaeten unternommen, sondern mich den Freuden und Pflichten gewidmet, wie sie anfallen, wenn man laengere Zeit unterwegs ist. Erst am zweiten Tag habe ich mich dann zu den Tempeln von Angor aufgemacht. Gleich mal vorab, das wird keine historische oder sonstige Abhandlung ueber diese Tempel, da gibt es schon massenweise Buecher, Geos und Merians, von Leuten geschrieben, die sich da wesentlich besser auskennen als ich. Hier nur ein kurzer Bericht, wie ich das Ganze erlebt habe, natuerlich mit Fahrrad. Schon sehr frueh bin ich aufgestanden, wollte eigentlich schon bei Sonnenaufgang dort sein, weil es da besonders reizvoll sein soll, hatte dann aber doch keine Lust im Dunkeln die 7 km rauszufahren. Immerhin war ich dann um 7 Uhr am Ankor Wat, dem groessten und bekanntesten der Tempel. Es waren kaum Touristen hier. Stundenlange wandelte ich zwischen den Reliefs des groessten religioesen Gebaeudes der Welt. Teilweise stellen sie Goetten dar, oder aber ganze geschichtliche Szenen der hinduistischen Mythen auf 800 m um den inneren Tempelkomlex Schon erstaunlich was die Leute vom 9. - 13 Jh dort alles zustande gebracht haben. Heute ist es die wichtigste Pilgerstaette fuer Leute von Kambodscha. Als ich weiter zum Angkor Thom gefahren bin, wurde mir langsam das Ausmass des ganzen Gebietes bewusst. Es sind immer ein paar Kilometer, die man zwischen den Tempeln radeln darf und davon gibt es ja einige. Die meisten nehmen ein TukTuk, ein “Mopedtaxi”, aber man kann auch auf einem Elefanten reiten. Ich bevorzuge immer noch mein Fahrrad, da kann man sich am besten entspannen. Der imposannteste Tempel von Ankor Thom ist Bayon, er hat ca 52 Tuerme und auf jedem Turm sind vier Gesichter, in jede Himmelsrichtung eines. Alle laechelnd. Im Gegensatz zu Angkor Wat ist Bayon nicht so gut erhalten. Die verschachtelte, symetrische Struktur ist aber noch zu erkennen. Es sah so aus, als ob ein Tempel in den anderen gebaut wurde. Die Waende waren teilweise recht dicht aufeinander, dass man die Reliefs kaum mehr erkennen konnte. Langsam kamen immer mehr Touristen und ich wurde immer mueder. Aber ein Tempel wollte ich noch sehen, Tha Phrom. Da war dann die Batterie meines Fotos am Ende. Ich konnte das Wurzelgeflecht einfach so geniessen, ohne staendig fotografieren zu muessen. Am naechsten Tag habe ich dann mit diesem Tempel meine Tour wieder begonnen. So frueh am Morgen waren noch keine Leute dort und in dem anderen Licht so alles ganz anders aus. Dieser Tempel ist noch am dichtesten vom Dschungel umschlungen. Ueber die Jahrhunderte, bis die ersten Franzosichen Entdecker Ende des 19. Jh kamen, hatte die Natur schoen Zeit sich auszubreiten. Vor lauter Wurzelbeschauung uebersieht man fast die einzigartigenn Reliefs, die auch hier zahlreich vorhanden waren. Kaum ein Stein blieb von der Bearbeitung verschont. Auch hier ist die symetrische Struktur noch gut zu erkennen

Es ist einmalig mit dem Vogelgezwitscher und dem Waldluft einfach nur rumzuwandeln. Stundenlang bin ich herumgestiegen und habe hinter Steinhaufen immer noch etwas Neues entdeckt. Meist war ich alleine, die anderen Touristen mit ihren Fuehren blieben auf den Hauptwegen.
Irgendwann gings wieder zurueck aufs Fahrrad, ich wollte noch andere Tempel sehen. Der naechste war Takea. Obwohl er der Aelteste ist, wurde er nich fertig gestellt. Planke Steinquader bilden den steilsten und hoechsten Tempel. Wo Touristen, meist sehr beleibt, mit Muehe hoch und mit noch mehr Muehe wieder runter stiegen, sind die Khmer Kinder nur so hin und her gehuepft um ihre Ware zu verkaufen.
Es existieren mehrere Theorien, warum die Steine nicht auch mit Reliefs versehen wurden, z.B. dass ein Blitz eingeschlagen ist oder der Tod des Koenigs. Wie dem auch sei, es gibt ja noch genug andere Tempel, fuer mich aber nur noch einen, Prea Khan, die anderen habe ich, wenn ueberhaupt, mir nur noch im Vorbeifahren angeschaut.

Dieser Tempel war noch viel “unaufgeraeumter” als Ta Prohm, insofern noch viel aufregender, wie die Entdecker es vorgefunden haben moegen.
Nur dass man auch hier jetzt Leute antrifft.

Diese Frau bereitet mit den Blaettern eine Paste zu, die dann gekaut wird. Ich habe allerdings keine Ahnung fuer was das gut sein soll. Das war alles am Heilig Abend tagsueber. Am Abend fand ich eine katholische Kirche, in der ein Gottesdienst auf Englisch statt fand.


Das Grippenspiel war auf Khmer, mit traditionellen Kostuemen und Tanz. Ich habe noch nie einen so schoenen Erzengel gesehen. Die Kirche war brechend voll, wahrscheinlich hauptsaechlich Touristen und Expats.
Das wars dann auch schon mit Weihnachten. In einem Land, in dem der Buddhismus dominiert, ist auch nichts anderes zu erwarten. Immerhin gab es fuer mich ja noch Weihnachtslebkuchen.

Der 1. Weihnachtsfeiertag verlief hauptsaechlich mit e-mails schreiben, telefonieren und Fahrrad richten. Am Abend war ich allerdings noch in meinem ersten Konzert, seit ich auf der Tour bin. Ein schweizer Kinderarzt, Beat Richner, ist nicht nur Arzt, er hat bisher auch schon 5 Krankenhaeuser aufgezogen. Da er noch dazu sehr gut Cello spielt, gibt er angeblich zwei mal die Woche Benefitzkonzerte, um Geld fuer seine Projekte zu sammeln. Er spielt nicht nur, sondern er informiert auch ueber seine Arbeit. Das war einer der eindruecklichsten Abende der ganzen Reise. Ich weiss gar nicht, woher der Mann die ganze Zeit und Energie her nimmt, ich komme schon lange nicht mehr zum Floeten. Trotz dem Ernst der Lage war es doch recht humorvoll gemacht.
Fuer mehr informationen: http://www.beatocello.com

Am naechsten Tag ging es dann endlich weiter, war ganz schoen lange in Siem Reap, aber mit Angkor hat es sich wirklich gelohnt. Wegen der neuen Visaregelung in Thailand habe ich beschlossen dafuer laenger in Kambodscha zu bleiben, einmal um den See Tonle Sap zu fahren und Silvester in Battambang zu verbringen.
Gleich am ersten Tag ging es richtig los, mit 145km einer meiner laengsten Etappen, aber so eben wie das hier um den See ist, kann auch ich ein bisschen schneller fahren. Eigentlich ist der See der groesste Suedostsasiens, nur zur Trockenzeit ist davon nicht mehr viel zu sehen. Ein italienischer Radfahrer hat mich eingeholt, mit ihm bin ich ein Stueck zusammen gefahren. Eigentlich kamen sie ja mir immer entgegen, erst hier schon das zweite mal, dass ich mit jemandem fahre. Auch ganz nett mal Unterhaltung zu haben, aber dann fahre ich auch gerne wieder langsamer.

Ein kurzes Stueck bin ich in die andere Richtung schon einmal gefahren, als ich von Phnom Penh nach Kampong Cham gefahren bin. Ich habe mich aber an nichts mehr erinnert. Es sieht sowieso alles hier irgendwie gleich aus, nicht sehr inspirierend die Gegend, einfach flach. Nur ist es erheblich trockener als Mitte Oktober, nicht mehr so leuchtend gruen sondern eher gelblich.

Um wenigstens ein bisschen Abwechslung zu haben bin ich nach Kampong Luang abgebogen, eine auf Booten im See befindende Stadt. Der Weg dorthin war nicht gerade angenehm, sehr verwahrlost alles, ueberall Abfall und Gestank. Darum bin ich nur bis ans Ende des Weges, habe mir die Stadt im See nur von Weitem aus angeschaut.

Der Gedanke, mein bepacktes Fahrrad hier irgendwo stehen zu lassen und mit dem Boot weiter zu fahren, war mir nicht gerade angenehm.

Nach 5 Tagen kam ich in Battambang an. Unterwegs habe ich immer wieder englischsprechende Khmer Leute gefragt, ob sie Silvester feiern, zur Antwort bekam ich immer nur ganz erstauntes Kopfschuetteln. Da Battambang eigentlich eher eine Touristenstadt ist, dachte ich, dass dort vielleicht etwas los waere, aber weit gefehlt. Silvester scheint die genau so viel zu interessieren wie Weihnachten. Es gab allerdings viele Hochzeiten, darum gab es ein bisschen Feuerwerk, aber nicht um Mitternacht.
Dafuer habe ich mir ein besseres Hotelzimmer gegoennt, dass ich im Neuen Jahr wo Nettes aufwache. Das hat sich auch ganz schoen gelohnt, habe recht viel Zeit dort verbracht um zu schreiben und mit dem alten Jahr abzuschliessen.

Nur an einer Sache hat man gemerkt, dass ein neues Jahr begann, der run auf Motorradhelme. Ab 2009 is auch hier Helmpflicht.


Am ersten Januar habe ich mich dann wieder zur Grenze nach Thailand aufgemacht. So wie die Auto gefahren sind, muessen die doch ganz schoen gefeiert haben. Aber ansonsten keine Anzeichen von Feiertag oder sonst was, wirklich alles ganz normal. Ich habe wenigstens allen beim Vorbeifahren ein “Happy New Year” gewuenscht, ob sie es verstanden haben oder nicht.
Am 2. Januar ging es dann ueber die Grenze fuer die “Thailand Sued Schnelldurchfahrt”

Dienstag, 11. November 2008

Kambodscha - der Sueden und Osten

An der Grenze ganz im Sueden bei Ha Tien, direkt am Meer, merkte ich sofort, die haben hier nicht viel zu tun. Auf vietnamesischer Seite schienen sie sichtlich froh zu sein, endlich Stempel und Computerprogramm benutzen zu koennen. Stempel wurden zuerst umstaendlich geputzt und eingefärbt, das Computerprogramm zuerst ausgetestet. Darum hat das ganze ein bisschen länger gedauert als notwendig.

Auf Kambodschaseite bin ich mir vorgekommen wie ein Spielverderber, ich hatte nämlich mein Visum schon. Welch eine Eintäuschung. Als ich das Visum in Hanoi beantragt hatte, wusste ich noch nicht, welche Grenze ich nehmen werde. Nachdem der Grenzer fragte, wieviel ich denn dafür gezahlt hätte, wurde mir der eigentliche Grund seiner Entäuschung bewusst, er konnte nicht ein paar Dollar zusätzlich verdienen. Trotzdem hat er mir eine nagelneue Strassenkarte von Kambodscha verkauft, sogar für den Ladenpreis, wie ich später festgestellt habe, aber erst nachdem ich ihn runtergehandelt hatte.

Was mich hier empfangen hatte, war kein roter Teppich, sondern rote Erde.
Die Sonne strahlte wieder in voller Pracht und hat das meiste vom letzten Regenguss weggetrocknet. Es ist Ende der Regenzeit . Wahrscheinlich war dieser Zustand der Beste überhaupt, nicht so staubig wie in der Trockenzeit und nicht so schlammig wie in der Mitte der Regenzeit.
Gleich werden einem die Unterschiede zu Vietnam bewusst. Die Leute sind wesentlich ärmer und dunkler, sehen eher indisch aus. Verschwunden sind auf einmal alle Strohhuete, nur noch Touristen laufen vereinzelt damit rum. Auch scheint es keine Helmpflicht mehr zu geben.

Entlang der unbefestigten Strasse gab es keine Wegweiser. Später stellte ich fest, die hätte ich eh nicht lesen können. Die Schrift ist sehr anders, sieht zwar sehr schön aus, habe aber keine Ahnung wie ich das entziffern soll. Es gibt aber erstaunlicher Weise in den entlegensten Gegenden junge Leute die ein recht passables Englisch sprechen. Kaum die neu erstandene Karte rausgeholt, bin ich umzingelt von jung und alt. Die genannten Entfernungen bis zur geteerten Strasse variieren sehr, werden aber zu meiner Beruhigung immer geringer. Nach 16 km habe ich diese dann auch erreicht.
Unterwegs wollte ich Geld tauschen, aber die einzige Bank weit und breit war dazu nicht in der Lage. Also bin ich bis Kampot, der ersten grösseren Stadt, durchgefahren. Zum Glück hatte ich mich in Vietnam noch mit Essen und Trinken eingedeckt. In der Plastiktüte an meinem Lenker baumelt eine halbgeschälte Pomelo, die darauf wartet, an einem schattigen Plätzchen verspeisst zu werden.
Kampot ist ein verschlafenes Städtchen, wahrscheinlich deswegen ein Anziehungspunkt für Reisende. Hier muss man nichts tun, weil es nichts hat, keine Pagoden oder Tempel zum Anschauen, keine Museen zum Besichtigen, nicht mal an Strand liegen muss man, den hat es auch nicht. Nur einen Fluss. Also wirklich ein Ort an dem man mit gutem Gewissen nur rumhängen kann.

Kaum dort angekommen habe ich zwei Reiseradler aus England getroffen. Sie sind schon seit 11 Monaten unterwegs, sie sind von Laos gekommen und sind jetzt in Richtung Thailand unterwegs. Ich habe mich sehr gefreut endlich mal wieder Gleichgesinnte zu treffen.
Endlich fand ich auch eine Bank. Es gibt hier 2 Währungen, US Dollar und Kambodscha Riel. Fast jeder Geldautomat spuckt nur Dollars aus. Die kann man ja gleich in der Bank tauschen, sofern sie noch offen hat. Ich hatte gerade noch Glueck. Später habe ich gelernt, dass man immer und ueberall mit beiden Währungen zahlen kann.
Dass hier mehr Touristen sind, als ich angenommen hätte, wurde mir deutlich als ich zu dem von mir ausgewählten Guesthouse kam. Zum ersten mal hörte ich "Sorry, we are full". Aber dann hatte er doch noch ein Zimmer. Hier traf ich eine Irin und eine Engländerin, auch Langzeitreisende, aber ohne Fahrrad, die geniessen schon seit Tagen dieses Nichtstun hier.
Auch ich habe mich nicht aufraffen koennen, gleich am naechsten Tag wieder weiter zu fahren. Die Liste mit den Sachen, die ich erledigen muss, waechst und waechst. Es gibt sehr gut eingerichtete Internet Cafes, die sind zwar etwas teurer als in Vietnam, dafuer hat man seine Ruhe, no kids, no games.

Ein wichtiger Programmpunkt war, Fahrrad richten! Wie auch in Vietnam, gibt es hier Plaetze, wo man Mopeds und Fahrraeder waschen lassen kann. Mit Hochdruckstrahler wird zuerst der groebste Dreck weggespritzt, dann mit Omo und verschiedenen Buersten, von Wurzelbuerste bis zur Zahnbuerste, der letzte Dreck weggeschrubbt, dann nochmals abgespritzt und mit Druckluft trockengefoent. Eigentlich wollte ich es selber machen, aber ich konnte ihnen den Spass und die Chance ein paar Rials zu verdienen, nicht nehmen. Haetten sie wenigstens ein bisschen was verstanden, was ich ihnen gesagt haette, waere es eine gute Schulung in Sachen Fahrradpflege gewesen. Fuer sie ist es wichtig, dass es nachher wieder glaenzt. Ich versuchte ihnen zu erklaeren, dass der Wasserstrahl nicht gut fuer den Lack, Wasser nicht gut fuer Ledersaettel ist und Druckluft nur den Dreck in die Kugellager drueckt und die Kette besonders gereinigt werden muss.

Zu zweit haben sie geschrubbt und gemacht, als sie fertig waren habe ich weitergemacht. Danach versuchte ich ihnen klarzumachen, dass das wichtigste die Oelung danach ist. So etwas kennen die ueberhaupt nicht.
Um nochmals das Meer zu sehen, habe ich beschlossen, nicht direkt nach Phnom Penh, sondern vor her noch nach Sihanoukville, ans Meer zu fahren. Das soll auch einer der schoensten Fahrradfahrstrecken in Kambodscha sein. War auch wirklich nicht so schlecht. Obwohl die Strasse nicht weit von der Kueste entlang geht, hat man vom Meer nichts gesehen. Unterwegs habe ich mir ein ausgepresstes Zuckerrohr gegoennt, habe dabei in meinem Reisefuehrer gelesen und meine weitere Tour versucht zu planen und bin dann weiter gefahren. Nach ein paar 100 metern ist mir eingefallen, ich hatte total vergessen zu zahlen. Sofort bin ich umgedreht. Die Frau lag immer noch in aller Seelenruhe in ihrer Haengematte, als ob es ihr so egal waere, ob ich zahle oder nicht.

Die letzten 50 km wurden dann noch ganz schoen huegelig. Nach Wochen in der Mekongebene war ich so etwas nicht mehr gewohnt.
In einem Garten fand eine Leichenverbrennung statt. Der Sarg war zwischen aufgeschichtete Baumstaemme gelegt. Neben dem Feuer sass ein junger Mann, dem die Haare geschoren wurden. Als zwei aeltere Maenner mich sahen, holten sie aus einem Gebuesch ein Bambusstab, in dem eine Schlange eingeklemmt war. Zuerst zeigten sie auf die Schlange, dann auf die Wade, war? Nicht gerade aufmuntert zum Zelten. Ich weiss, dass obwohl noch unzaehlige Landminenen in Kambodscha rumliegen, trotzdem noch mehr Beinamputationen wegen Schlangenbisse unternommen werden. Fuer manche kommt anscheinend auch eine Amputation zu spaet.
Als ich in Sihanoukville angekommen bin, ging es mir nicht mehr so gut. Eine Erkaeltung war im Anzug. Seit Monaten bin ich bei ca 40 Grad unterwegs, staendig nassgeschwitzt, dazu ueberall die Ventilatoren. Darum habe ich eigentlich schon lange damit gerechnet.

Kurz nachdem ich im Hotel angekommen bin, ging einer der tropischen Regenschauer nieder, bei dem man froh ist, dass man ein festes Dach ueber dem Kopf hat und man nicht mehr raus muss. .

Hier gab es mal wieder nicht viel zu tun, auch der Strand hat sich, wegen meiner Erkaeltung und den Regenschauern, die immer wieder nieder gingen, eruebrigt. Die Strecke nach Phnom Penh ist das erste grosse Stueck die gleiche wie ich gekommen bin. Meine Lust diese auch wieder zurueck zu fahren, hielt sich in Grenzen. Darum habe ich mir einfach ein Busticket besorgt. Das Fahrrad findet auch immer irgendwo ein Plaetzchen.
Ich muss gestehen, ich habe die Fahrt mit dem Bus richtig genossen, nicht nur weil alle Fahnen uns entgegen flatterten. Die ganze Strecke Gegenwind, waere nichts gewesen. Es waere aber nicht langeweilig oder gefahrlich gewesen, wie es in meinem Reisefuehrer zu lesen war, trotzdem war es auch eine gute Ausrede fuer den Bus.
So kam ich gut erholt in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas an. War ganz gut so, denn der Verkehr, der mich hier erwart
ete war ich nicht mehr gewohnt, Autos ohne Ende, kaum mehr Mopeds. Man kommt kaum mehr ueber die Strasse. Die meisten Autos sind nicht alt und klapprig, wie man sich es vielleicht sich fuer ein armes Land wie Kambodscha vorstellt, sondern grosse, neue Gelaendewagen. Der Unterschied zwischen arm und reich ist so gross, entweder man ist reich, dann kauft man sie ein grosses, teures Auto, oder man ist arm, dann reicht es nicht mal ein Moped. 10 000 bis 20000 Kinder leben und/oder arbeiten hier auf der Strasse. In ganz Vietnam habe ich nicht so viele gesehen und ich bin lange nicht so oft angebettelt worden. Die Korruption stinkt zum Himmel. Seit Jahren wird ueber ein Korruptionsgesetz diskutiert, was wahrscheinlich nie erfolgreich abgeschlossen wird. Da ist es doch viel einfacher Gesetze zu erlassen, die das Haarefaerben verbieten, zum Schutze der Kultur.
Dazu kommen noch die 2 Waehrungen, US Dollars und Rial. Man kann eigentlich alles bekommen, muss aber auch dafuer zahlen. Ich frage mich, wie ein "normaler" Kambodschaner ueberleben kann.

Die Stadt lebt von den Gegensaetzen, nicht nur arm / reich, dunkel- hellhaeutig, sondern auch von der dunklen und der glorreichen Vergangenheit. Mongolei hat ihren Dschingis Khan, die Chinesen Mao, die Vietnamesen Ho Chi Minh. Und was hat Kambodscha? Pol Pot, aber der gehoert in eine ganz andere Kategorie. Vielleicht verehren sie deswegen so ihren Koenig.
Pol Pots "Hinterlassenschaften" kann man sich auf den "Killing fields" anschauen. Zwischen 1975 und 1978 wurden hier ca 17 000 Frauen, Maenner, Kinder auf die brutalste Art hingerichtet. Heute sind dor in einer Erinnerungsstupa einige Totenkoepfe ausgestellt, die sie in den letzten Jahren aus den Massengraebern geborgen haben. Damit war mein Bedarf an der Khmer Rouge Vergangenheit gedeckt.
In Phnom Penh gibt es auch einige interessante Maerkte, unter anderem der Russische Markt. Man bekommt hier zwar keine Kalaschnikows oder Marihuana mehr, aber sonst hat es fast alles zu bieten. Z.B kann man hier alle Einzelteile fuer ein Moped kaufen und dann selber zusammenbauen. Bei Fahrraedern geht es leider nicht. Die gibts am Stueck in richtigen Laeden.
Weiter gings zum National Museum.
Es ist voll von Khmer Skulpturen. Fuer mich mal wieder was vom Besten war der Innenhof, viele schoene, bunte Pflanzen, ruhiges Plaetzchen im Schatten, wo man sich richtig schoen ausruhen konnte.

Am naechsten Tag stand der Palast und die Silberpagoda auf dem Programm. Wahre Schatztruhen fuer die Kultur hier.
Eingebetet mal wieder in wunderschoene Gaerten. Nur ein kleiner Teil war der Oeffentlichkeit zugaenglich, aber es hat gereicht um eine Gefuehl zu bekommen, was noch alles so hinter den Mauern steckt. Es gab viele Touristen, die meisten hatten einen Reisefuehrer dabei. So konnte ich abwechselnd in den verschiedenen Sprachen lauschen und habe so noch einiges erfahren.

Die Silberpagoda traegt ihren Namen zurecht. Der Boden besteht aus Silberfliesen, insgesamt 5 Tonnen. Man sieht aber nur einen kleinen Teil, das meiste ist mit Teppichen geschuetzt. Ansonsten gibt es noch einige reich geschmueckte Buddha-figuren.

Dann gings endlich wieder aufs Fahrrad. In Anbetracht dessen, wie lange ich schon in dem Land bin, bin ich recht wenig gefahren und war eigentlich nur an Touristenorte. Kein Wunder, dass ich mit dem Land nicht richtig warm werde. Dieses Land ist aehnlich wie Vietnam und doch ganz anderes. Vom Klima und Vegetation sind sie fast gleich, darum verstehe ich nicht, warum die Kuehe in Vietnam normal sind, aber hier sehr mager.
Nach all den Kriegen waren fast alle Reisfelder zerstoert, d.h. keine Nahrungsgrundlage und Hungerkatastrophe. Das ist jetzt fast 20 Jahre her. Es gibt Kinder mit braunen Haaren, was anscheinend auf falsche Ernaehrung zurueckzufuehren ist. Ich hoffe, es gibt noch andere Gruende, sonst steht es um die Jugend hier recht schlecht. Auch gibt es wieder Lockenkoepfe, das sind recht gesunde Khmer. Die mit glatten Haaren haben zu viel chinesischen Einfluss.

Zum Glueck ist der Tourismus hier schon etwas fortgeschritten, sonst haette ich doch erhebliche Probleme. Nicht nur die Buchstaben sind anders, auch die Ziffern. Aber so fand ich meinen Weg den Mekong aufwaerts problemlos, auch wenn ich ihn nie gesehen habe.
Gerade bei Einbruch der Dunkelheit habe ich Kampong Cham erreicht. Hier wartete ein Abenteuer ganz anderer Art auf mich. Wohnen konnte ich bei Jess, einer sehr netten jungen Amerikanerin, die hier fuer eine NGO arbeitet. Ich hatte sie gefragt, ob sie nicht einen Job fuer mich wuesste und habe ihr aufgezaehlt, was ich so alles in meinem Leben gemacht habe.
Gleich am naechsten Tag fuehrte sie mich zum Buddhistischen Kloster. Empfangen wurde ich da zuerst mal von diesem Kleinen Kerl.
Wahrscheinlich hatte er auch nur Durst.
Erstaunlich gut konnte er mit der Trinkflasche umgehen. Aber er war nicht Grund meines Besuches. Hier sollte ich Vandong treffen, der Direktor vom BSDA Buddism and Society Development Association. Bisher wusste ich nur, er moechte, dass ich seinen Lehrer beibringe, wie man Unterrichtsplanung macht. Die Organization hat sich hauptsaechlich zum Ziel gesetzt, den Aermsten mit Bildung zu helfen. So koennen Kinder z.B. Englisch lernen. (Mehr darueber hier). Die Leistungen der Lehrer soll nun mit einem Unterrichtsplan verbessert werden.
Soweit ich Vandong verstanden hatte, sollte ich eine Vorlage erstellen und den Lehrern zeigen, wie sie sie auszufuellen haben. Eigentlich nicht schwierig, dachte ich, sagte aber noch nicht zu, ich wollte zuerst die Lehrer treffen. Aber Vandong kann man eigentlich nichts ausschlagen. Sein Lachen und seine Ueberzeugung und Energie ist einfach mitreissend. Deswegen ist das ganze auch so erfolgreich.
Zuerst bin ich in die Stadt und habe mich im Internet ueber Unterrichtsplanung kundig gemacht. So konnte ich schnell mein Wissem vom Lehramtsstudium aufrischen und bekam ein paar brauchbare Vorschlaege. Bei dem Treffen mit den Lehrern merkte ich schnell, mit einer Vorlage und einem Training, wie sie es auszufuellen haben, ist es nicht getan. Die Grundfrage war, wie sie bessere Lehrer werden koennen. Sie wollten viel mehr ueber Methodik und Didaktik wissen. Damit war ich so spontan ueberfordert. Obwohl ich merkte, das wird eine ganz schoene Herausforderung, sagte ich doch zu. Auch wenn mein Wissen noch so gering ist, es ist doch bei weitem mehr als sie wissen. Und wann hat man je wieder so interessierte, motivierte, dankbare Schueler? Wegen meinem Visum fuer Laos war meine Zeit hier auf eine Woche beschraenkt.

Mit ihrer Motivation hoffte ich einiges gemeinsam erarbeiten zu koennen. Also galt zuerst mal zu sammeln, was da ist und zuzuhoeren. So kam schon einiges zusammen.

Abends besuchte ich den Unterricht. Nach 17 Uhr, wenn der normale Unterricht beendet ist, koennen die Lehrer die Raeume der naheliegenden Schule benutzen. Hier draengen sich 40-50 Schueler in relativ kleinen Unterrichtsraeumen bei noch immer sehr warmen Temperaturen. Die Klassen sind in Leistungsstufen unterteilt, die Schueler sind meist in unterschiedlichstem Alter. Nicht jedes Kind kann sich ein Schulbuch leisten.
Die deutsche Unterrrichtsmethoden lassen sich hier nicht einfach uebertragen. Ich konnte nur Beispiele geben umsetzen muessen sie es selber.
Ausser am Sonntag hatte ich jeden morgen ein Treffen mit Vandong, der mich mit seinem Wissen und Ideen immer mehr faszinierte. Nachmittags sass ich mit 3 Lehrern zusammen um ein Konzept zu entwickeln, weitgehenst basierend auf dem schon vorhandenen.

Der Abschluss bildete einen Workshop mit 10 Lehrern, in dem die verschiedenen Unterrichtsmethoden und Probleme gesammelt und diskutiert wurden.


Das gesammelte wurde auf die Unterrichtsvorlage uebertragen, so dass es jeder zum Abschluss die Unterrichtsplanung verstehen und selber schreiben konnte.


Die Sonne ging ueber dem Klostergelaende unter als es hiess entgueltig Abschied zu nemen.

Ich werde diese Moenche vermissen, ihr Lachen, ihr Interesse und ihre Dankbarkeit. Vandong ist einer der beeindruckensten Persoenlichkeiten, die ich auf meiner Reise getroffen habe. Ich wuerde mich freuen, wenn sie mehr Unterstuetzung bekommen koennte. Falls jemand Interesse hat, man kann sich ueber die WEB Seite mit BSDA in Verbindung setzen. Was vor allem benoetigt werden, sind Woerterbuecher. Hervoragend waere natuerlich, wenn landgerechte Schulbuecher erstellt wuerden. Momentan haben sie nur, wenn ueberhaupt aus England importierte. Es ist eigentlich schrecklich mitanzusehen zu muessen, dass die Kinder, die eigentlich keine Freizeit haben ueber "Leisure and Lifestyle" Woerter wie Skateboard, Rollerskating, Skiing lernen, so etwas gibt es in ganz Kambodscha nicht.
Ich muss zugeben, nach diesen Tagen war ich ganz schoen ausgelaugt. Nach Monaten auf dem Fahrrad war ich so viel Kommunikation nicht mehr gewohnt. Bevor ich weiter radelte, goennte ich mir noch einen Tag Ruhe in Kampong Cham. Jess war seit Tagen in Singapur und hat mir ihre Wohnung samt Katze ueberlassen, aeusserst nett. So hatte ich wenigstens fuer 1 Woche mal wieder so etwas wie ein "Zuhause".
Nach dieser Woche stand mir gleich ein groesseres Stueck bevor. Die Bevoelkerungsdichte geht gegen 0, je weiter man in den Norden kommt. Ausserdem ist die Breite des Mekongs so variable, dass die Strasse einen grossen Bogen macht, bis in die Berge hinein. Ein grosses Stueck geht durch Kautschuk-Plantagen, ein grosses Problem. Die Urwaelder werden abgeholzt, damit die Kautschukbaeume gepflanzt werden koennen und die Reichen noch reicher werden.
An einer Stelle, wo eine Strasse Richtung Osten abzweigt gab es endlich mal so etwas wie einen Ort sogar mit Unterkuenften. Ein nagelneues Hotel, ich moechte wissen, wer hier uebernachten soll. Touristen kommen hier so gut wie nicht vorbei.
Ein Hotelangestellter hat mich gleich gefragt, ob ich am naechsten Tag in seine Englischklasse mitkomme. Eigentlich ist er Lehrer fuer Geschichte und Geographie, damit verdient er gerade mal 15 $. (alleine fuer Essen und Trinken habe ich in den letzten 10 Tagen das 3 fache ausgegeben.) Deswegen unterrichtet er privat Englisch, obwohl er kaum Englisch spricht, aber jeder Schueler zahlt 3$ pro Monat. Bei 20 Schuelern lohnt sich das. Am Nachmittag und Abend arbeitet er im Hotel. Ganz schoen ausgefuelltes Leben.
Natuerlich habe ich zugesagt. Als dank hat er mich zum Fruehstueck eingeladen, Huhn mit Reis. Das Huhn war nur Haut und Knochen, was anderes bleibt auch nich uebrig, wenn man die Federn entfernt.
Der Unterricht war sehr kurz. Gestern war Koenigs Geburtstag, was 3 Tage gefeiert wird. An staatlichen Schulen findet ueberhaupt kein Unterricht stat. Die Schueler wohnen in den einfachsten Verhaeltnissen in Stelzenhaeusern in den Waeldern. Internet gibt es in dieser Gegend ueberhaupt nicht, nicht einmal das Fernsehen ist verbreitet. Ihr Englisch war absolutes Anfaengerstadium, so war die Sache schnell erledigt und ich konnte mich weiter auf meinen Weg machen.
Die Strecke zur Grenze hin ist ganz neu geteert. Die Bruecken tragen teilweise das Datum von 2008, wie fuer mich errichtet. Verkehr gabt es hier nicht mehr, auch keine Ortschaften. Ab und zu stand am Strassenrand eine Huette, in der man was zum Essen und Trinken kaufen konnte.
Die verschiedenen Zubereitungsmethoden fuer Bananen ist faszinierend. Gegrilled, fritiert in Bananenblaettern gekocht. Alles muss natuerlich probiert werden. Ich habe richtig genossen, eine relativ kurze Strecke vor mir zu haben und deswegen genug Zeit fuer Pausen.
Mein naechstes Ziel war Kratie, ein Touristenort am Mekong. Die Attraktion ist der Suesswasser - "Irrawaddy" Delfin. Am naechsten Tag fuhr ich mit dem Fahrrad zur Bootsanlegestelle und hatte mal wieder Glueck. Ein ganzer Bus voll betuchter Touristen aus der Schweiz, USA und Australien kam angefahren und ich konnte mit in eines deren Boote.


Sie hatten einen guten Reiseleiter dabei, der einiges ueber die Delfine wusste. Waehrend der Khmer Rouge Zeit wurden sie fast ausgerottet, da man das Oel brauchte. Heute gibt es in diesem Abschnitt ungefaehr 32, die sich langsam aber stetig wieder vermehren. Es sind keine Delfine, die staendig aus dem Wasser springen, 5-10 Minuten koennen sie unter Wasser bleiben. Kommen sie hoch zum Atmen, sieht man vielleicht gerade mal den Ruecken und die Flosse, wenn man gerade in die richtige Richtung schaut. Tierfotografin waere kein Beruf fuer mich, so viel Geduld bringe ich nicht auf.
Waehrend der Bootsfahrt konnte man wenigstens die Ruhe und die Umgebung geniessen. Eigentlich wollte ich mit dem Boot weiter nach Stung Treng, der letzten Stadt vor der Grenze zu Laos. Seit die Strasse durchgehend geteert worden ist, wurde jeglicher Bootsverkehr eingestellt. Das hat mich doch ganz schoen geaergert. Bei mir hat die Erkaeltung wieder zugeschlagen. Am morgen dachte ich noch, dass ich einfach frueher aufstehe um die 145km nach Stung Treng zu fahren. Vor allem, da die Strecke bis zu den Delfinen einer der schoensten in ganz Kambodscha war. Ich dachte das geht so noch weiter, aber eine Touristin, die von Laos mit dem Bus kam, meinte, die Strecke waere recht eintoenig. Gegen Mittag war mir dann gar nicht mehr nach Fahrradfahren, mir war einfach nicht mehr gut. In 2 Etappen haette ich es noch gemacht, aber es gab keine offizielle Uebernachtungsmoeglichkeit. In einem Land voller Schlangen und Tretmienen ist Wildzelten auch nicht ratsam. Soweit hat die Bevoelkerung auch keinen vertrauenserweckenden Eindruck auf mich gemacht, dass ich einfach irgendwo haette uebernachten wollen. Also habe ich mir mal wieder ein Busticket gekauft. Das war ganz gut so, denn erstens waere die Strecke wirklich nicht so spannend gewesen, zweitens war absolut nichts wo man haette uebernachten koennen, nicht mal ein Dorf und drittens habe ich mal wieder gemerkt, dass Busfahren absolut nichts fuer mich ist. Es schraenkt meine persoenliche Freiheit zu sehr ein und ich bin auf die Launen anderer angewiesen. Das einzig gute an der Sache war, sie ging recht schnell vorrueber. Schon um die Mittagszeit waren wir in Stung Treng, auch so ein Ort, wo es nicht viel zu tun gibt, auch kein brauchbares Internet. Also bin ich ein bisschen rumgelaufen, war mir aber nicht ganz so geheuer, zu viel Armut.
Auf einmal sah ich Leute in Fahrradkleidung rumlaufen. Ich bin denen gefolgt und sah eine ganze Horde, wie sie Fahrraeder richteten. 17 Oesterreicher fahren mit dem Fahrrad, mit Reiseleitung und Gepaecktransport von Vientianne (Laos) nach Phnom Penh. Immer so 60km, dann werden sie in ein Bus verfrachtet und zur naechsten Uebernachtungsstelle gefahren. Irgendwie hatte ich das Gefuehl, sie waren recht genervt mich zu treffen. Trotzdem habe ich etwas Oel von ihnen bekommen. Aus meiner Flasche, das ich an der Grenze zur Mongolei bekommen hatte, ist durch die staendig Hitze alles Treibgas entwichen, da kommt nichts mehr raus.
Am naechsten Tag habe ich mich ueber die neue Bruecke und die restlichen 60 km bis zur Grenze aufgemacht.

Ich war absolut alleine unterwegs, es gab nicht mal mehr Huetten am Wegesrand, wo man etwas haette kaufen koennen. Wie ueblich hatte ich alle meine Wasserflaschen gefuellt, deswegen war es kein Problem.
Wie es danach weitergeht lest ihr das naechste mal.

Alle Kulturinteressenten, die sich wundern, dass ich nicht nach Angkor Wat bin, kann ich beruhigen. Ich werde von Thailand aus nochmals nach Kambodscha fahren, um die Tempelanlagen zu besuchen. Dieses mal waere es mir zu knapp geworden und die Arbeit mit den Moenchen war mir einfach wichtiger.