Montag, 22. Februar 2010

Die Ostkueste Australiens

Am 2. Februar machte ich mich also wieder auf Richtung Sueden. Am 27. Januar, ein Tag nach dem Australia Day, hat Queensland und auch NewSouthWales die Schule wieder angefangen. Der Kuestenstreifen war nicht gerade wie leergefegt, aber der Unterschied zu vor ein paar Tagen war deutlich zu sehen.

Das Wetter war nicht gerade das Beste, der Gegenwind aber nicht ganz so schlimm wie vermutet und es war auch trotz leichtem Regen wunderbar wieder auf dem Fahrrad zu sitzen, solange es nicht allzu viel und lange den Berg hoch ging. Natuerlich musste ich meine Traegheit und die zahlreichen “Happy hours drinks” sofort buesen.

In den letzten Jahren scheinen sich auch die Leute hier eines Besseren besonnen zu haben, es gibt mehr Radwege als vor 6 Jahren, teilweise wunderschoen der Kueste entlang. Aber auch noch ausbaufaehig. Vielleicht verstehen sie eines Tages, wie gewinnbringend das fuer diese Region waere, ein Fahrradweg von Brisbane nach Sydney der Kueste entlang anzulegen.

Durch die Ortschaften bin ich schnell durch, den Verkehr konnte ich nicht mehr verkraften. Auch in Byron Bay hielt mich nichts, zu viele blieben hier anscheinend schon haengen.

Zwischen Ballina und Grafton musste ich wohl oder uebel einiges auf dem Highway hinter mich bringen. Der breite Seitenstreifen und der wenige Verkehr machte das ganze aber relativ ertraeglich.
Die Gegend hier wimmelt nur so von grossen Fluessen. Nicht nur Faehren standen auf der Tagesordnung, es gab auch schoene, kleine Wege entlang deren Ufern, wie z.B. hinter Ballina und nach Maclean. So wie es aussieht, wohnen hier auch Fahrradliebhaber.


In dieser Stadt wurde ich von einer Journalisten der dortigen Zeitung interviewed, vielleicht bringe ich irgendwann es noch ferting, den Artikel hier herein zu stellen. 

Es war noch sehr frueh, als ich in Grafton war. Hier war ich schon auf meiner Fahrt in nach Norden und konnte gratis auf dem Showground uebernachten. Dies wollte ich gleich wieder probieren und wieder hat es geklappt.

Hier musste ich auch auch mal wieder meine Benzinflasche fuer den Kocher an der Tankstelle fuellen. Als ich an der Zapfsaeule stand, machte mich ein besorgter Autofahrer darauf aufmerksam, dass es Luft hinten an der Ecke gab. Ich meinte, ich waere hier schon richtig, ich braeuchte Benzin. Ganz erstaunt betrachtete er mein Fahrrad, suchte nach einem Tank. Nachdem ich dem ein Weilchen amuesiert zuschaute, verriet ich ihm, es ist fuer den Kocher.

Nach Grafton ging es zum Glueck nicht weiter in die Berge, sondern zurueck ans Meer, nach Coffs Harbour.



Die Strecke war sehr huegelig, ab und zu regen, ausser ein paar kleine Orte und viel Wald gab es eigentlich nichts. Waehrend einer laengeren Pause in der Stadt wurde ich von einem Mann angesprochen. “Where do you come from?”, “From Germany”, “Ah, dann koennen wir auch Deutsch reden.”
So etwas passiert sehr haeufig, es ist erstaunlich, wie viele Deutsche nach Australien ausgewandert sind, nicht alle sind noch sehr gluecklich, wahrscheinlich waeren sie das auch nicht, wenn sie in Deutschland geblieben waeren.

Nach Coffs Harbour nahm der Verkehr europaeische Ausmasse an, kam auch gerade in die Hauptverkehrszeit. Selbst die sonst nette kleine Touristenstrasse war sehr voll. Wenigstens gab es auch einen separaten Fahrradweg.

Am Abend sah ich an einem ruhigen, netten Aussichtspunkt einen Campervan stehen. Prima, dort konnte ich mich gleich hinzu gesellen.

Da ich mal wieder recht viel Zeit hatte, bis ich bei Nathalie in Sydney sein wollte, habe ich beschlossen, jede Schlaufe um den Highway herum, meistens zum Meer, auszufahren. Das verlaengerte die Strecke ungemein, verschoenerte sie aber auch dementsprechend.

Nach einer herlichen Nacht auf einem der von Lions oder Rotaryer Club gewarteten Rastplaetzen, direkt am Fluss mit sauberen Toiletten, gings leider hauptsaechlich im Regen weiter, zuerst kurz an die “South West Rocks”, dann dem Maclean Fluss entlang.
In dem Surferparadies Crescent Head liefen die Surfer auch nur lustlos in ihren Neopren herum. Ich habe mich wenigstens bei einer Tasse Kaffee ein wenig aufgewaermt und getrocknet, dass es danach Sinn machte meine Regenjacke anzuziehen.

Danach ging es auf der Maria River Road weiter, einer ca 30 km langen Dirt road, bei diesem Wetter voll von wassergefuellten Schlagloechern, Wellblechpisten und grossen Steinen.


Kein Vergnuegen, aber dafuer verschaffte dies den Autofahrer Vergnuegen, durch die Wasserloecher zu brausen und mich von oben bis unten nass zu spritzen.
Auch dies war irgend wann ueberstanden.

Der Faehrmann auf der Faehre nach Port Macquarie hat mir gesagt, dass sie im Radio Flutwarnungenn von Newcastle bis hierher durchgegeben hatten und dass noch mit mehr Regen zu rechnen war. Das sind ja schoene Aussichten.

Port Macquarie soll ja eigentlich schon schoen sein, aber bei dem Regen hielt mich nichts, lieber noch ein bisschen weiter. Die naechste Etappe war sehr huegelich, ab und zu Blick auf das tosende Meer


An jedem Park und Rastplatz war hier riesengross ein Schild, dass Campen verboten ist. Das musste ich ja respektieren. Ich haette auch fuer einen Caravanpark gezahlt, wenn es einen geben haette, dem war aber nicht so.
Deswegen habe ich einen aelteren Herrn auf der Strasse nach einem Plaetzchen gefragt, wo ich mein Zelt aufstellen konnte. Er wusste es selber nicht, da er auch nur auf Besuch da war, ging aber zurueck zu seiner Freundin und kam mit der Nachricht, dass ich hinter ihrem Haus in einem Park zelten koennte. Das war ein nettes Plaetzchen, aber recht nass. Gleich ging auch das Gartentor auf und eine aeltere Frau (seine Freundin) meinte, ich solle doch mein Zelt in ihrem Garten aufstellen. Das war wesentlich besser, denn da gab es auch eine Ueberdachung. Wie ich so dabei war, mein Zelt auszupacken, ging die Tuer auf und sie meinten, es waere auch noch ein Zimmer im Haus frei, da koenne ich im Trockenen schlafen. Zuerst lehnte ich ab, aber dann habe ich dem doch zugestimmt. Das Packen eines nassen Zeltes am Morgen ist wahrlich kein Vergnuegen. So wurde mir Einlass ins Haus gewaehrt, mir wurde nicht nur ein ein trockenes Bett geboten, sondern auch ein Trockner fuer meine Kleidung und ein prima Abendessen.
Zum Dank dafuer habe ich dem aelteren Paerchen Fotos meiner Reise gezeigt, damit hatten sie auch eine Unterhaltung und waren dafuer sehr dankbar, da sie in ihrem Alter nicht mehr so viel unternehmen konnten.

Nach einem wunderbaren australischen Fruehstuecks (Bacon and Eggs) ging es am naechsten Tag weiter, bis Laurieton auf Teer, dann habe ich beschlossen, trotz des Wetters auf die Diamant Head road zu gehen, dirt road, durch Regenwald, an wunderschoenen Straenden vorbei.


Es war einfach mal wieder herrlich! Der Duft im nassen Regenwald ist unbeschreiblich.
Nach diesem Ausflug in die Natur, wieder ein paar km Highway, war gut, um ein paar Kilometer zu machen. An einer Raststaette sah ich das erste mal wieder Aborigines Kinder. Zum Aerger der Manager der einzelnen Geschaefte versuchten sie den einen oder anderen Dollar oder etwas zum Essen zu ergattern. Ganz schoen gewiefte Burschen. Mir konnten sie ein richtiges Loch in Bauch fragen.

Richtung Forster ging es endlich wieder runter vom Highway, noch ein bisschen auf und ab und ich war wieder in einer groesseren Ortschaft. Trotz meiner Abneigung gegen die Caravanparks haette ich doch wegen dem schlechten Wetter gerne mal wieder einen besucht. Aber es war Sonntag und schon nach fuenf Uhr. Anscheinend haben die in diesem Touristenort es nicht noetig, sich danach noch um Kundschaft zu bemuehen. Die Telefone, die fuer die “After hour” Bereitschaft zur verfuegung stehen, verbinden einen entweder mit Sicherheitsbeauftragten oder fuehren ins Nirwana.
Mit der Gewissheit, schon noch etwar zu finden fuhr ich weiter, wieder aus der Stadt heraus. Gerade als der naechste Regenschauer nieder ging, stand ich vor dem Christian Life Center, nette kleine Gebaeude mit breiter Veranda und einer grossen Rasenflaeche drum herum. Auch ein netter Platz zum Campen dachte ich. Von den Nachbarn erfuhr ich, dass keiner der Zustaendigen in der Naehe wohnte, also rief ich bei der Nummer an, die auf einer Tafel angegeben war. Sofort war ich mit dem Pfarrer verbunden. Der hatte nichts dagegen, dass ich dort mein Zelt aufschlage. Er wuerde nachher sowieso noch vorbei kommen, sie haetten um 19 Uhr noch Gottesdienst.
Kurz darauf kam auch schon einer der Aeltesten, der hat mir sofort Wasser fuer meinen Tee, Suppe und Instant Nudeln gekocht. Ausserdem hat die Gemeinde noch beschlossen, da der Rasen zu nass waere und ich, wenn es weiter regnen wuerde, total im Sumpf stehen wuerde, dass sie mir einen Raum aufschliessen, wo ich auch uebernachten koennte. Sehr nett. So konnte ich auch diese Nacht im Trockenen verbringen und musste am naechsten Tag nicht noch ein nasses Zelt einpacken.

Danach lies der Regen nach und mich erwartete mal wieder ein wunderschoener Fahrradfahrtag, der alles beinhaltete, was man sich wuenschte oder auch nicht.
Nach 10 km hatte ich einen Platten, erstaunlicher Weise im Vorderreifen. Das haette eigentlich nicht sein duerfen, hatte doch noch einen relativ guten Schwalbe Marathon darauf. Dann sah ich sie, die grosse Scherbe, die sich durch das Gummi gearbeitet hatte. Somit war auch gleich das Loch gefunden und geflickt. Zu meinem Glueck passierte das ganze an einem netten Picknickplatz im Booti Booti Nationalpark. Nicht nur Tische und Baenke standen mir zur Verfuegung wo ich mich ausbreiten konnte, sondern auch Toiletten mit Wasser und Seife. Dort konnte ich ausser meinen Haenden auch gleich mein Rad-T-Shirt waschen, was auch sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bei den Temperaturen trocknet alles in windeseile, im wahrsten Sinne des Wortes.

Kurz darauf kam mir ein Radlerpaerchen aus England entgegen. Sie gaben mir den guten Tipp, nach Seal Rocks und auf einer dirt road direkt nach Hawks Nest zu fahren. Den Strand bei Seal Rocks fand ich nicht so berauschend, habe schon viele schoenere gesehen. Das ist mal wieder ein Zeichen, dass es Zeit wird, das Land zu verlassen, es gibt nichts mehr aussergewoehnlich Neues mehr.
Es dauerte ein Weilchen, bis ich die Dirt road gefunden hatte. Es handelte sich dabei um eine Mining road, die zur Regeneration fuer Flora und Fauna gesperrt war, mit dem Fahrrad kam man aber noch durch. Die ersten Kilometer waren auf einem schoenen Waldweg. An den Tieren und Pflanzen, die ich zu sehen bekam,
war zu erkennen, dass die Regeneration schon erfolgreich war.


Der Weg wurde immer schmaeler, die letzte Haelfte war nur noch ein Single trail mit grossen Steinen und Schlagloechern.

Wenn ich nicht genau gewusst haette, dass die Englaender tags zuvor da durchgekommen sind und ich nicht ab und zu Fahrradspuren gesehen haette, haette ich meine starken Zweifel gehabt, dass dieser Weg mich irgendwo hin fuehrt.
Nach 24 km kam ich tatsaechlich auf eine kleine geteerte Strasse, die mich nach Hawks nest fuehrte. Um noch an Trinkwasser zu gelangen, bevor ich mich auf einem der Campingplaetze im Myall Lakes Nationalpark niederlies, fuhr ich zuerst noch Richtung Bombah point. Leider war das Wasser auf der anderen Seite des Flusses, die Faehrverbindung haette einfach 2 Dollar gekostet. Das war mir es dann doch nicht Wert. Also wieder zurueck, da es nicht so spaet war und die Strecke durch den Nationalpark so schoen, beschloss ich nach Hawks Nest durchzufahren und dann wieder umzudrehen.
Das war mal wieder ein Umweg, der sich gelohnt hatte. In dem Ort bekam ich ausser Wasser auch noch etwas zum Essen und der Campingplatz war an einer der wunderschoensten Plaetze, im Wald direkt an einer der groessten Sandduenen, die ich je gesehen hatte.


Ueberhaupt in dem Abendlicht waren die Farben spektakulaer, die Schatten auch.



Wollte schon immer mal so lange Beine haben.

Am naechsten Morgen brauchte ich mich nicht zu beeilen, wusste, dass ich wieder einmal eine Faehre nehmen musste, die erst um 9:30 fuhr.
Trotzdem war ich mal wieder viel zu frueh, musste eine Stunde warten, dann noch eine Stunde ueberfahrt bis Nelsons Bay.
Da ich mich mit Sue und Paul aus Melbourne, die mit dem Auto auf dem Weg nach Norden waren, in “The Entrance” verabredet hatte, wurde das es ganz schoen knapp.

Das erste Stueck bist Stockton verlief fast eben, mit wenig Verkehr, hier konnte ich viel aufholen.
In Stockton musste ich nur wenige Minuten auf die Faehre nach Newcastle warten. Dann aenderte sich aber einiges.
Die Stadt ist relativ gross, aber scheint recht interessant zu sein, mehr Kultur und Atmosphaere als andere Staedte. Auch an Schildern wie diesem




machte sich der Unterschied bemerkbar.
Waere vielleicht auch lohnenswert gewesen, hier ein Weilchen zu bleiben.
Allerdings nahm der Verkehr und die Berge von hier immens zu. Die Ausssicht, bis 19 Uhr The Entrance zu erreichen, wurde immer geringer.
Zum Glueck gibt es ja Mobile Phone und in dieser Ecke Australiens hat man auch ueberall Empfang. Da Sue und Paul schnell vorwaerts kamen, fuhren sie mir noch ein Stueck entgegen und wir trafen uns auf einem Campingplatz in einem kleinen Ort, 15 km noerdlich von The Entrance. Da sie mir zwei Pakete mitgebracht hatten, die verspaetet in Melbourne angekommen waren, war es fuer mich wie Weihnachten. Zwei Pakete mit fast nur Schokolade. Vielen Dank an Regine und Urse. Zum Glueck war in der Cabin, die wir uns teilten, auch ein Kuehlschrank. Die Aussicht, die Schokolade bei bis zu 40 Grad zu transportieren, war leider nicht gerade erquicklich. So haben wir uns am Abend ein Schokoladenfondue mit leckeren Mangos gegoennt. Nicht nur deswegen war es ein sehr netter Abend.
Am naechsten Morgen wollte keiner von uns weiter, wir liessen uns viel Zeit mit Fruehstueck und packen. Zu schoen war der Platz und wer weiss, wann wir uns wieder sehen.
Ich habe beschlossen gleich zu Nathalie nach Sydney durchzufahren, um den Rest der Schokolade im naechsten Kuehlschrank in Sicherheit bringen zu koennen.
Es war nicht mehr weit, aber da es die letzte Strecke in Australien war, wollte ich sie eigentlich auf zwei Tage verteilen und nochmals irgendwo auf der freien Wildbahn uebernachten. Aber ausser der Schokolade gab es noch andere Gruende gleich nach Sydney zu fahren. Mit Nathalie habe ich ausgemacht, dass ich am Freitag eine Praesentation fuer ihre Gruppe halte. So war es ganz gut, nochmals einen Tag zur Vorbereitung zu haben.
Mein Glueck, das Nathalie noerdlich von Sydney wohnt, so blieb mir das Schlimmste erspart, es war relativ einfach den Weg zu finden.
So war ich fast zu frueh dort, Nathalies Toechter haben aber schon auf dem Balkon auf mich gewartet. Richtig luxurioes wurde ich hier untergebracht und in den letzten Tagen hier in Australien nochmals richtig verwoehnt.
Es war bemerkenswert, wieviel Zeit sich Nathalie fuer mich nahm. Zuerst kam sie frueher von der Arbeit heim, damit wir noch mit den Boogie Boards an Strand konnten. Bis dann die Kinder im Bett waren und wir die Praesentation durchgehen war es schon so spaet, dass es Mitternacht wurde. Frueher kamen wir dann die ganze Zeit nicht ins Bett.
Ich war erstaunt ueber die aeusserst nette Atmosphaere bei Roche (die Firma, bei der ich frueher gearbeitet hatte) Dee Why. So war auch die Praesentation ueberhaupt kein Problem hat richtig Spass gemacht. Obwohl es Freitag nachmittag war, sind doch noch einige geblieben.
Puenktlich zum Wochenende hat es wieder angefangen in Stroemen zu regnen. Das hielt uns aber nicht davon ab, am Abend noch zum Chinesischen Neuen Jahr in die Stadt zu fahren.

Das ganze Wochenende waren wir mit den Maedchen in Sydney unterwegs.
Zuerst ueber die Harbour Bridge,



zu den Rocks, dem alten Hafengelaende, wo Markt war, auf dem es sogar Brezeln gab.


Weiter gings zum Darlington Harbour, der totale Gegensatz, alles sehr modern, wurde zur Olympiade 2000 angelegt. Ausser der Pyrmont Bridge, die ist mehr als 100 Jahre alt, die aelteste “Swing Bridge” der Welt. Ich konnte es kaum glauben. Diese Bruecke klappt nicht auf, so wie andere Bruecken, wo grosse Schiffe durch muessen, sondern das Mittelstueckt schwingt herum, bis es parallel zum Fluss ist.
Da ich wissen wollte, wann das naechste Schiff kommt, bin ich ins “Fuehrerhaus” auf der mitte der Bruecke um zu fragen. Sofort wurden wir eingeladen in 5 Minuten alles von da oben zu beobachten. 


Das war fast interessanter als manch andere Touristenattraktion. Spaeter sahen wir noch von unten, wie die Bruecke sich drehte und die “Monobahn” trotzdem noch darueber fahren konnte.

Am naechsten Tag war zuerst mal der Norden Sydneys dran.
Am Manly Beach konnten wir einen Wettkampf der Nippers beobachten, etwas typisch australisches. Kinder von 5 bis 13 Jahren, die mal die Luft der “Surf Life Savers” schnuppern moechten, koennen mitmachen. Es besteht unter anderem aus folgenden Sportarten, Schwimmen, dann wie Hunde auf einem Surfbrett patteln und am Strand rennen.
Auf den Badeanzuegen und -hosen stehen die Orte, fuer die sie starten.


Danach mit der Faehre nach Sydney um die Fotos vor der Hauptattraktion, des Operhauses zu machen und einen schoenen Rundweg um den Watson Point zu machen.

Das naechste Abenteuer stand am naechsten Tag an, diesmal musste ich mit dem Fahrrad in die Stadt, um es fuer Suedamerika neu zu ruesten. Dieses mal ging es ueber die Anzac Bridge.

Drei Stunden habe ich fuer die 30 kilomter gebraucht. Sydney ist wirklich die einzige Australische Stadt, fuer Fahrradfahrer ein Albtraum ist. Es sind aber schon Zeichen vorhanden, dass dies sich auch in naechster Zeit aendern wird. Ab und zu gibt es tatsaechlich Radwege.
Nicht nur die Strassen waren voll, auch durch die Fussgaengerzone kam ich kaum mit dem Fahrrad durch. Mich hielt hier nichts mehr, dank Nathalie habe ich sowieso schon genug von Sydney gesehen. Nur noch schnell mit dem Fahrrad ueber die Harbour Bridge, das musste einfach sein, es gibt einen separaten Fahrradweg, dann wieder zurueck um mit Fahrrad das legendaere Foto vor dem Opera house zu machen.

Dann so schnell wie moeglich raus aus dem Tumult. Das ging am Besten mit der Faehre nach Manly. Von dort war es direkt ein Vergnuegen nach zurueck zu fahren.

Abends kam Nathalie mit einer Ueberraschung zurueck, ein Paket von meinen ehemaligen Kolleginnen, wirklich sehr nett, mit Ricola, Gummibaerchen und einem deutschen Buch, dazu noch ein Sprachfuehrer Spannisch. Was braucht man mehr? Vielen Dank an Claudia und Nika.

Fuer Dienstag stand die naechste Praesentation bei Roche an. Im Rahmen von Innovation wollte ich sie anders gestalten als nur ueber mich und meine Reise, sondern mehr business bezogen. Nathalie war dafuer mal wieder eine grosse Hilfe. Auf dem Fahrrad kamen mir dann auch noch ein paar gute Ideen und dann noch die Atmosphaere alles zusammen machte die Praesentation zu einem richtigen Vergnuegen.



Vielleicht habe ich den einen oder anderen dazu inspirieren koennen, ein bisschen Abstand zum Alltag und damit zu neuen Ideen zu kommen.

Hier auch noch fuer die Blog die Karte von Australien mit der Route:


Insgesamt bin ich auf diesem Kontinent 21700 km gefahren.




(ja, ich weiss, ich hatte das Foto auch schon im letzten Blog, aber es passt hier wieder sehr gut)

Damit war auch fast meine Zeit in Australien abgelaufen. Zwei Tage noch, die ich mit waschen und packen beschaeftigt war, ausserdem genoss ich noch die Zeit als “Aupair” fuer die Kinder.

Am Freitag, den 19. Februar, ging es dann auf den Flughafen. Ich hatte den Luxus, dass mich Nathalie gefahren hat. Am Tag vorher brachte sie mir noch eine Bikebox, einen Karton vom Fahrradladen, alles war ordentlich verpackt.

Der Abschied viel nicht leicht, ich hatte eine fantastische Zeit in Australien, wurde richtig verwoehnt. Aber es wir auch Zeit fuer neue Herausforderungen. Es wird sicher nicht so einfach in Suedamerika, aber spannend.

Ich moechte mich bei allen bedanken, die mich so herzlich aufgenahmen, viele Leute, deren Namen ich nicht einmal mehr weiss, die mir irgendwo einfach etwas zum Essen oder Wasser angeboten haben. Es war einfach mal wieder wunderbar und wenn es irgendwie geht, werde ich sicher wieder kommen.

Aber fuer dieses mal heisst es:
Lets get outta here

Sonntag, 31. Januar 2010

Von den Schneebergen and die Goldkueste Australiens

Der Heilig Abend ist fuer Australier eigentlich nichts besonderes. Sie feiern erst richtig am 1.
Weihnachtsfeiertag. Meine Zeltnachbarn in Jyndabine, Monica und Ray, Farmer aus der Mitte von New South Wales, haben mich zum Abendessen in ein Pub eingeladen. Von ihren drei Soehnen lebt keiner mehr daheim, einer ist in London, der andere in Los Angeles und der dritte kam beim Bombenattentat auf Bali ums Leben. Darum ist fuer sie Weihnachten keine glueckliche Zeit. So waren sie gannz froh, dass sie ein wenig Unterhaltung zur Ablenkung hatten. Sie zeigten auch ausgewoehnlich starkes Interesse an meiner Reise.

Trotz Regen wollte ich am naechsten Tag weiter fahren, bei 40 Grad bin ich in Jindabyne angekommen, bei 14 Grad ging es weiter, es war recht ungemuetlich, den ganzen Tag hat es geregnet, es war wie wenn man durch eine Wolke faehrt. Fernsicht hatte ich zwar nicht, aber es sah sehr bizzar aus mit den gelben Feldern und den Felsen.

Es gibt wenige Tage an denen in Australien alles geschlossen ist. Der 1. Weihnachtsfeiertag gehoert dazu. Selbst der McDonalds war zu, der Server mit dem Wifi lief aber, auf dem Parkplatz standen ein paar Wohnmobile, deren Insassen mit Laptops beschaeftigt waren.
Ich habe mich dann unter ein Dach vor die Tuer gesetzt, gefroren und ein paar Weihnachtsmails 
verschickt.


Wegen dem schlechten Wetter habe ich beschlossen, nicht durch den Nationalpark nach Canberra zu fahhren, sondern schoen brav auf dem Highway zu bleiben. Deswegen war ich frueher als geplant in der Hauptstadt Australiens. 

Da ich aber nicht schon einen Tag frueher bei Eric und Jocelyn auftauchen wollte, habe ich eine Nacht in einem der unzaehligen Parkanlagen in Canberra verbracht. Am Eingang war ein Schild, dass das Tor um 9 Uhr abends geschlossen wird. Das war mir doch gerade recht. Solange wartete ich dann auch, bis ich mein Zelt aufstellte. Wegen dem schlechten Wetter war der Park am Fluss fast leer. In der Nacht sah ich mein erstes, lebendiges Wombat. Da ich gehoert hatte, dass sie mit ihrer Pfote ein Loch ins Zelt hauen koennen um Lebensmittel zu stehlen, war ich davon nicht allzu sehr begeistert. Es lief aber gleich davon, als es mich entdecke.

Am naechsten morgen wartete ich noch ein bisschen, dachte das Tor sei geschlossen, aber als ich die ersten Autos kommen sah packte ich doch schnell zusammen. Spaeter erfuhr ich, dass die Stadt kein Geld haette jemanden dafuer zu bezahlen das Tor auf- und zu zuschliessen, wie es auf dem Schild stand.

Canberra gehoert zu einen der best geplanten Staedten der Welt. Erst Anfang des 20ten Jahrhunderst wurde sie nach den Plaenen eines amerikanischen Architekten,Walter Burley Griffen, gegruendet. Er muss ein wahrer Naturliebhaber gewesen sein, er lies viel Platz fuer Buschland und Naturparks. Ausserdem gibt es ein fantastisches Fahrradwegenetz. Man hat ueberhaupt nicht das Gefuehl in einer Hauptstadt zu sein, zu der Canberra erst 1927 ernannt wurde. Es ist eher wie ein Agglomeration von 5 Kleinstaedten, mit viel Land dazwischen.
Auf einem der Fahrradwege machte ich mich auf zu Eric und Jocelyndes Haus. Eric kam mir mit dem Fahrrad entgegen. Er war einer der Fahrer fuer die Servicewagen fuer die “Biker for Bibles”, die ich im Nullarber getroffen hatte.

Nach einem wunderbare leichten Mittagessen, es wurde mal wieder recht warm, haben sie mir die Gegend gezeigt, unter anderem auch den Mountain Bike Parcour Stromlo. 2003 hat ein Buschfeuer den ganzen Wald in der Gegend niedergebrannt. Danach hat man auf dem Huegel verschiedene Routen fuer Mountainbiker eingerichtet. Eigentlich koennen einem die Fahrradfahrer leid tun. Auf einem kahlen Huegel koennen sie auf vorgegebenen Routen ihre Runden ziehen. Am Parkplatz sind Schautafeln aufgestellt, auf den sie sehen, wie lange sie fuer die einzelne Route brauchen duerfen. Dann doch lieber quer durch den Schwarzwald fahren, ausser Schatten hat es dann noch den gewissen Reiz, dass man nicht erwischt wird.

In der Abenddaemmerung sind wir auf einen Huegel oberhalb vom “War museum”, das genau
gegenueber des Regierungshuegel liegt. Von hier aus konnte man die dreieckige Struktur der Innenstadt gut erkennen.

Am naechsten Tag machte ich mich alleine mit dem Fahrrad auf zur Erkundung der Stadt. Es war strahlend blauer Himmel und sehr warm. Was Fahrradwege anbelangt schlaegt Canberra sogar Melbourne. Vielleicht weil es auch weniger Leute und somit weniger Autos hat.


Das Nationalmuseum ist schon von Weitem sichtbar. Zuerst dachte ich nur, ein interessantes Gebaeude, hat sicher auch saubere Toiletten. Dann bin ich doch laenger als geplant im Museum haengen geblieben.

 

Es war sehr interessant, ich liebe die interaktiven Teile, wo man auf einen Knopf druecken kann, damit etwas passiert, oder Filme, in denen man die Geschichte Australiens erzaehlt bekommt.

Fuer den Rest war dann nicht mehr viel Zeit. Als ich am Fluss entlang fuhr hoerte ich auf einmal
Glockengelaeut, sehr merkwuerdig in einem Land, in dem es eigentlich keine Kirchenglocken gibt. Dann sah ich den Turm, Carillon, ein Glockenturm in dem man richtige Musikstuecke spielen kann. Australien bekam dieses Carillon als Geschenk von der britischen Regierung.

  

Am naechsten Tag begleitete mich Eric raus aus der Stadt. Er wurde dort von seiner Frau abgeholt, so konnte ich mich auch von ihr nochmals verabschieden. Vielen Dank den beiden fuer die herzlich nette Tage in Canberra.

Nach laengeren Forschungen haben sie beschlossen, dass es fuer mich das Beste sei den Highway entlang nach Goulburn zu fahren. Er war zwar sicher mit dem breiten Seitenstreifen, aber ich konnten den Laerm vom Verkehr nicht ertragen, obwohl es sicherlich weniger war als sonst. Ausser Rastplaetzen an denen ich wenigstens Wasser bekam, war die ersten 100 km nichts. Es ging am St George Lake vorbei, einem der vielen ausgetrockneten Seen in Australien, weil es einfach zu wenig regnet. 

  

In Goulburn, der aeltesten inlaendischen Stadt Australiens mit dem riesigen Merino Schaf habe ich zuerst mal Nahrungsmittel eingekauft, bevor ich weiter nach Taralga fuhr. Eine ruhige einsame Nacht im Busch stand mal wieder bevor.

Am naechsten Tag haben mir die Damen vom Taralga Country Store 

  

alle Wasserflaschen gefuellt und mich vor den kommenden Bergen gewarnt, ich naehere mich den Blue Mountains. Bisher war es noch nicht so schlimm. Erst beim Abercombie Fluss wurde es eine wahre Herausforderung. Schon bei der Abfahrt sah ich wie es auf der anderen Seite steil nach oben ging. Dann ging es wirklich hoch, steil hoch. Ein Pickup Fahrer hat gehalten und wollte mich mitnehmen, ich habe aber dankend abgelehnt. Tatsaechlich musste ich ein Stueck schieben. 25% schaffe ich einfach nicht mit all dem Gepaeck, insgesamt waren es aber nur 2.5 km.  Schon seit laengerem traf ich Touristen, die alle auf dem Weg nach Sydney waren, zum grossen Silvester Feuerwerk. Selbst an Silvester selbst stroemten die Scharen noch, obwohl es keine Uebernachtungsmoeglichkeiten mehr gab. Ich habe schon lange beschlossen einen grossen Bogen um
die Stadt zu machen und zweigte nach Lithgow ab, um auf einer kleineren Strasse durch die Blue Mountains zu fahren. 

  

Immer so zwischen 1000 und 1200 Hoehenmeter ging es auf und ab, mit wunderbaren
Aussichtspunkten ueber die spektakulaere Landschaft, das Panorama war einfach herlich.

In Bilpin aenderte sich das Landschafstsbild ploetzlich. Nicht mehr so viel Wald, dafuer viele
Obstplantagen. Ein paar Verkaufstaende hatten noch offen, welch eine angenehme Ueberraschung, noch etwas Frisches fuer den Abend zu bekommen.

Den Silvesterabend habe ich an einem Rastplatz verbracht, wo man offiziell uebernachten konnte, sogar Lagerfeuer waren erlaubt. 

  

Es waren kaum Leute um mich herum, konnte ganz fuer mich mein Lagerfeuer und eine gute Flasche Wein geniessen.

Das Neue Jahr fing dann mit einer wunderbaren Talfahrt nach Richmond an. Ab und zu hat es ein bisschen geregnet, was nur den Duft der bluehenden Baeume verstaerkte. Es geht praktisch auf Meereshoehe hinunter und auf einmal ist man ein einer tropischen Klimazone.
Von einem Radfahrer in Windsor bekam ich einen sehr guten Tipp, wie ich weiter nach Norden komme, viel Dirt roads. 

Am Anfang ging es am Hawkesbury River entlang. Auf dem Weg war kaum Verkehr, dafuer war auf dem Fluss die Hoelle los.

  

Ueberall Wasserskifahrer, und Clubs dazu, wo die Mitglieder campen konnten. Der Gedanke, dass ich in diesem Tumult zelten sollte, war richtig furchterregend.
Vorerst konnte ich die wunderbare Fahrt zwischen Felsen und Fluss geniessen. 

  

Nach Wisemans Ferry, im Dharug National Park, fand ich dann erstaunlicher Weise einen
wunderschoenen, ruhigen Zeltplatz, weg vom Fluss.

Nach einigem Hin- und Her, habe ich schlussendlich beschlossen, auf einer Dirt road ueber St Alban nach Norden zu fahren. Ich weiss auch nicht, warum ich immer noch zoegere, obwohl ich weiss, dass ich doch lieber abseits vom Verkehr im Busch unterwegs bin. Es war dann auch mal wieder gar nicht so schlimm, wie mir prophezeit wurde, erst die letzten 10 km wurden ein bisschen anstrengend.

Das Glueck war auch mal wieder mit mir, denn der starke Regen setzte erst ein, als ich wieder zurueck in der Zivilisation war. In dem Pub/Weinstube, in dem ich Unterschlupf suchte, bekam ich gleich kostenlos einen Tee angeboten.

Wieder einmal befand ich mich in einer Weingegend mit vielen historischen Gebaeuden, dem Hunter Valley. In Cessnock haette ich mir beinaher mal wieder einen Caravanpark gegoennt, eine Dusche war mal wieder noetig. Die Rezeption war aber zum Glueck schon geschlossen und der Platz hat mir auch nicht gefallen. Gleich daneben war ein Showground, den es in fast jedem kleinsten Ort gibt. Eigentlich fuer ihre Landwirtschaftssshows, aber man darf auch ab und zu darauf zelten und es gibt neben Toiletten auch Duschen. Gefolgt von einem deutschen Waldorfschullehrer, der schon ca 40 Jahre in Australien ist, mit seiner Partnerin, machte ich mich auf den Weg. Den Verwalter habe ich gleich gefunden und er war auch sofort  einverstanden, dass ich hier zelte. Auf meine Frage, wieviel er moechte, meinte er nur, „ It’s
OK“. Sehr nett, ich wuenschte ihm noch ein gutes Neues Jahr. Gleich nach mir tauchte das Paerchen auf. Auch sie waren erfreut einen so guenstigen Uebernachtungsplatz zu haben. Wahrscheinlich weil sie den mehr oder weniger mir zu verdanken hatten, luden sie mich zu einem prima Abendessen bei Kerzenlicht in einer der Hallen ein.

Mein naechstes Ziel war der Thunderbolt Way, 

  

eine Strasse die von Gloucester ueber die Dividing Ranges nach Armidale (ca 270km) fuehrt und darueber hinaus, aber nicht fuer mich. 

Der Weg ist nach einen Bushranger benannt, einem beruehmt beruechtigten Pferdedieb, der
schlussendlich in Uralla erschossen wurde. Schon merkwuerdig, welche Persoenlichkeiten zu solchen Ehren kommen, dass eine Route nach ihnen benannt wird. 

Wahrscheinlich hatte er es auf dem Pferd nicht einfacher als ich auf dem Fahrrad. Es ging zuerst staendig auf und ab und dann nur noch hoch. 

  

Dieses Schild stand in der anderen Richtung nachdem ich diese Etappe hinter mir hatte. Wie gut, dass ich das nicht vorher wusste. Mein Tretlager aechtzte und stoehnte mehr als ich. Damit war ich aber noch nicht oben, es ging danach nur einmal kurz nach unten, bevor es wieder richtig hoch nach oben ging.

Leider, oder zum Glueck war das Wetter nicht allzu gut. Es war nicht so heiss, dafuer hatte ich aber an der Aussichtsplattfom keine schoene Aussicht. 

  

Teilweise war der Nebel so dicht, dass ich kaum etwas gesehen hatte. Unter 800 Hoehenmeter war es aber OK. Dank des Regens der letzten Tage war alles sehr schoen gruen, die Fluesse voll von Wasser, eine richtige Wohltat nach dem Gelb weiter suedlich.

Eine einem netten Fluesschen ausserhalb von Uralla habe ich ein nettes Plaetzchn zum Zelten entdeckt. Man kann hier nach Gold schuerfen, viel gefunden wird aber nicht mehr viel. 

  

Von hier aus war es nicht mehr weit bis zur „alten“ Universitaetsstadt Armidale. 

  
In Australien ist alles „alt“ was im 19. Jh gegruendet wurde. Es ist voll von viktorianischen Gebaeuden, was der Stadt einen besonderen Flair. Alles sehr „alt Englisch“ in New England, wie das Gebiet genannt wird.

Von dort aus ging es auf dem Waterfall Way Richtung Kueste. Eigentlich dachte ich, es wuerde mal wieder bergab gehen, dem war aber nicht so, es war ein staendiges auf und ab.
Von all den Wasserfaellen, die Abseits der Strasse sind, habe ich mir nur zwei angeschaut. Der erste waren die Wollomombi Falls, die zu den hoechsten Australiens zaehlen. 

  

Allerdings sind sie nicht sehr breit.

In der Abendsonne erreichte ich dann die Ebor Falls

  

Der Rastplatz direkt an den Wasserfaellen bot einen spektakulaerer Platz zum Zelten, auf der einen Seite die Wasserfaelle, auf der anderen der Blick ins Tal.
  
  

Von nun an ging es wirklich runter auf Meereshoehe, nach Grafton. Meine Freude auf eine lange
Abfahrt, schliesslich war ich auf 1300 Hoehenmeter, war aber zu frueh. Es ging immer bergauf,  
bergab, und immer ein bisschen mehr bergab als bergauf, dass man kaum merkte, wie am insgesamt Hoehe verliert. Nur zwei schoene Abfahrten waren dabei. Recht aergerlich.
Dafuer habe ich mich in Grafton schon am Nachmittag wieder auf dem Showground  niedergelassen.

Die Fahrt weiter Innland ueber Casino und Kyogle war dafuer mal wieder wunderbar. Fantastisches Wetter und relativ eben, die Kilometer flogen einfach so dahin. Es war kaum Verkehr auf der Strasse, was allerdings nicht bedeutete, dass es ruhig war. Bis Casino ging es hauptsaechlich durch Waelder, die voll von einer Art Grillen waren, die immens viel laerm machen konnten. Wie eine Welle wurde es immer lauter, fast unertraeglich laut, dann wieder leiser, lauter....

In diesem Ambiente habe ich meine 50000km erreicht.

 




 In Anbetracht dessen, dass der Aequator gerade mal 40000km lang ist und recht viel Wasser
dazwischen, muesste ich jetzt eigentlich schon lange um die Welt herum sein. Muss mich wohl
irgendwo verfahren haben :-)

Dann endlich Coolangatta. Wieder einmal meinten die Damen vom Tourist Office, die Strasse von Kyogle nach Coolangatta ueber die Berge ans Meer ist zu steil, ich koennte es nicht fahren. In der Tat liegt der Mt Warning in der Mitte mit ueber 1000 Hoehenmeter. 

  

Also habe ich eigentlich damit gerechnet, dass ich ihn quasi erklimmen muss. Dem war aber dann bei weitem nicht so. Die Strasse blieb weit unterhalb und ich konnte den Berg von unten bewundern.

Nicht nur der Obststand in Mt Burrell, voll von frischen, leckeren Fruechten, machte die Fahrt
aeusserst angenehm. 

  

Spaeter brauchte ich keinen Laden mehr, die Mangos lagen einfach so auf der Strasse und waren dazu noch erstaunlich lecker.

Von weit oben hatte ich meinen ersten Blick auf die Kueste und Coolangatta. Recht erstaunt war ich ueber die vielen Hochhaeuser, so etwas war ich nicht mehr gewohnt. Die Einwohnerzahl ist in den letzten 6 Jahren, seit ich das letzte mal hier war, extrem gestiegen.
Ausserdem jetzt waehrend der Schulferien ist die ganze Kueste ueberfuellt. Wie froh konnte ich da sein, dass ich in dem netten Haus meiner Freunde Linda und Arie, abseits dem ganzen Tumult, aber nur wenige Meter bis zum Strand, wohnen kann.

Von jetzt an hiess es mal wieder Urlaub machen, morgens Laufen, Radfahren, Schwimmen oder mit dem Boogie Board in den Wellen spielen. Coolangatta ist die Thriatlonhauptstadt Australiens, alles laeuft, schwimmt oder faehrt Rad. Die Radfahrer machen den gluecklichsten Eindruck, die Laeufer schauen etwas verbissen, das Gesicht der Schwimmer sehe ich leider nicht. Von so viel Aktivitaet wird man richtig mitgerissen.

Fuer ein paar Tage bin ich weiter die Kueste hoch nach Brisbane, um eine ehemalige Kollegin und Freundin mit ihrem kleinen Sohn zu besuchen.

  

Der kleine Oliver war ein begeisterter Fahrradfahrer.
  

es machte richtig Spass mit ihm im Park herum zu duesen.

Brisbane hat mir schon beim ersten Besuch sehr gefallen, mit dem schoenen Strand mitten in der Stadt. 

 

In den letzten Jahren wurde das Radwegenetz weit ausgebaut und extra imposante Fahrrad/Fussgaenger Bruecken gebaut. 

 

Eine sehr gute Initiative, die immer mehr Leute auf die Fahrraeder lockt.

Nach ein paar sehr netten Tage in Brisbane draengte es mich wieder zurueck an den Strand.
Auf meinem Weg zurueck nach Coolangatta kam ich am Broken Spoke Saloon vorbei

 

was mich daran erinnerte, dass ich schon lange keine gebrochene Speichen mehr hatte.

Auf dem Rueckweg nahm ich mir mehr etwas mehr Zeit, mir Surfers Paradise anzuschauen.


Bei dem ganzen Touristentrubel war ich froh, weiter nach Coolangatta fahren zu koennen, dort ist es nicht ganz so schlimm.

Am 26. Januar war „Australian Day“ der natuerlich ausgiebig gefeiert wurde. Seit Tagen konnte man nicht nur die Australische Fahne ueberall kaufen, sondern auch saemtliche Kleidungsstuecke, Handtuecher, etc...mit dem Southern Cross. Linda und Arie gingen mit mir frueh morgens in eine kleine Stadt etwas suedlicher in Park zum Fruehstueck mit Gesang.
  

 

Liederbuecher voller Australischer Lieder, wie schoen Australien ist und wie stolz sie sind Australier zu sein, wurden verteilt und jeder konnte kraefig mitsingen. Schon recht speziell dieser Patriotismus. Nach ein paar Stunden hat es aber gereicht und wir sind wieder heim.

Da ich erst am 11 Feb in Sydney sein moechte, hatte ich noch genug Zeit am Strand von Coolangatta Urlaub zu machen. 

 

Allerdings bekomme ich Anfragen nach einer Praesentation meiner Reise und ich beschloss diese Zeit auch mal wieder fuer etwas mehr Arbeit zu nutzen. Darum musste der jetztige Eintrag meines Blogs ein Weilchen warten. Nach Wochen purem Sonnenschein hat es die letzten paar Tage teilweise sehr heftig geregnet, Auslaeufer des Hurricans weiter noerdlich, der diese Gegend hier heute mit starkem Wind bescherte. Ein guter Grund nochmals einen Tag hier zu bleiben und erst morgen, den 2. Februar mich gen Sydney aufzumachen. 

Thanks a lot to Linda and Arie for the great time I had at your place! Hope I can show you some nice cycling trails in the Black Forrest again ... one day.